target=“_blank“ ist doof

11 12 2010

Kaum war eine Testversion meiner neuen Homepage online, schon gab es erste Stimmen, externe Links öffnen gar nicht in einem neuen Fenster. Ja, kann ich hier nur entgegnen, und das ist auch gut so. Doch warum ist das so? Ganz einfach, das target Attribut bei Links gibt es in XHTML Notifikationen nicht mehr. Aus gutem Grund.

Heutzutage öffnet fast jede Webseite Links zu externen Seiten in einem neuen Fenster, viele poppen selbst bei internen Verlinkungen immer wieder neue Fenster auf. Das führt irgendwann zu einer unüberschaubaren Flut von Browserfenstern auf dem Desktop. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

<a onclick="window.open('http://www.example.org/')" href="#">Link 1</a>
<a href="javascript:window.open('http://www.example.net/)">Link 2</a>

Hier wird eine JavaScript Lösung verwendet, die natürlich nur funktioniert wenn der Browser auch JavaScript aktiviert hat. Davon kann man nicht immer ausgehen. So ziemlich alle Suchmaschinen-Bots beispielsweise können solchen Links nicht folgen, indexieren natürlich die verlinkten Seiten dann auch nicht.

Da gab es in älteren HTML Varianten eine Abhilfe, das target Attribut. Mit dem Wert „_blank“ lies sich der selbe Effekt erzielen:

<a href="http://www.example.org/" target="_blank">Link 3</a>

Somit verstehen auch Suchmaschinen, dass es hier weiter geht im großen weiten Web. Was passiert, wenn ein User diesen Link anklickt? Genau, er bekommt ein neues Fenster vorgesetzt, dem der komplette bisherige Browserverlauf fehlt. Als erfahrener Internetnutzer möchte ich diese Entscheidung nicht von jedem dahergelaufenen Webmaster abgenommen bekommen. Nein, ich selbst entscheide, wann ich eine Seite in einem neuen Fenster öffnen möchte. Dafür klicke ich beispielsweise im Firefox einfach die mittlere Maustaste auf den Link, schon erziele ich den selben Effekt. Oder ich klicke mit der rechten Maustaste und wähle „Link in neuem Fenster öffnen“ bzw. „Link in neuem Tab öffnen“. Will ich das nicht, klicke ich den Link ganz normal an und verbleibe in dem bisherigen Fenster. Wichtig ist, die Entscheidung obliegt ganz mir selbst.

Weniger erfahrene Surfer bemerken mitunter gar nicht, wenn sich ein neues Fenster in den Vordergrund schiebt. Der Effekt, dass der Surfer auf der eigenen Webseite verbleibt verschiebt sich dadurch womöglich in das Gegenteil. Der Browser-Button „Eine Seite zurück“ kann jetzt nicht mehr funktionieren, dass sich hinter dem aktuell geöffneten Fenster noch das Alte verbirgt bemerkt der Gelegenheitssurfer gar nicht mehr. Habe ich selbst so schon miterlebt, ebenso die Verwunderung als ich sagte, dann schließe doch dieses Fenster, dann bist du wieder zurück. Was? Wieso? Das erkläre einer mal einem Noob.

Dr. Jakob Nielsen beispielsweise führte bereits vor über zehn Jahren diese Unart auf Platz zwei seiner The Top Ten Web Design Mistakes, wobei auch Nummer eins, die Entfernung der „Zurück“ Funktion des Browsers wie schon erwähnt dazu gezählt werden muss. Dieser Punkt fällt mir immer mehr bei den modernen, „ajaxifizierten“ Webseiten auf, doch das ist ein anderes Thema.

Um das Problem zu lösen, hat das World Wide Web Consortium das target Attribut komplett aus seinen neueren Standards entfernt. Es funktioniert zwar immer noch, dieses einzusetzen, eine Seite validiert damit allerdings nicht mehr, d.h. man baut sich künstlich Fehler in seinen Quelltext ein. Nun kommen viele Webmaster auf die glorreiche Idee, wieder auf den anfangs erwähnten JavaScript Lösungen zurückzugreifen. Das ist sicherlich nicht Sinn der Sache.

Wie umgehe ich die Diktatur der Webseiten-Betreiber? Im Firefox gibt es in den Einstellungen die Option „Statt neuem Fenster neuen Tab öffnen“. Damit habe ich wenigstens nicht immer neue Browserinstanzen geöffnet, sondern wenigstens „nur“ neue Tabs. Doch auch das will ich nicht, also gebe ich in die URL Leiste about:config ein, um sämtliche Konfigurationsmöglichkeiten des Firefox Browsers zu sehen. Hier suche ich nach der Einstellung browser.link.open_newwindow.restriction. Mit dem Wert 1 öffnen ab sofort alle Fenster im gleichen Fenster, egal wie sich das die jeweilige Seite nun vorgestellt haben mag. Natürlich bleiben davon die Möglichkeiten der mittleren bzw. rechten Maustaste unberührt.

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