Ihr seid also die Urheber?

14 05 2012

Mit einer neuen Aktion „Wir sind die Urheber“ versuchen einige Künstler sich zur Zeit mit allen Mitteln lächerlich zu machen. Doch fangen wir von vorne an, worum geht es überhaupt?

Auf Initiative eines gänzlich unbekannten Herrn Namens Matthias Landwehr haben inzwischen mehrere hundert Autoren auf der Webseite www.wir-sind-die-urheber.de etwas unterschrieben, was sie offensichtlich gar nicht begreifen. Dort finden sich nämlich neben ein paar Phrasen keine weiteren Informationen, worum es überhaupt geht. „Mit Sorge und Unverständnis verfolgen wir als Autoren und Künstler die öffentlichen Angriffe gegen das Urheberrecht.“ Welche Angriffe gemeint sein können, was sie für Forderungen oder Verbesserungsvorschläge haben, darüber schweigt sich die Seite aus. Nicht nur dort, auch auf konkrete Anfragen gehen die wenigsten Angeschriebenen ein, allen Voran nicht Herr Landwehr. Siehe dazu Die unbegründete Angst, Urheberrechtsverletzungen und rechtswidrige Webseiten.

Die Unterzeichner geben ihren guten Namen also für bloße Polemik her, ob ihnen das bewusst war oder ob sie nur irgend etwas tun wollten, das sei dahingestellt. Das alleinige Recht, für alle Urheber zu sprechen haben sie indes ganz bestimmt nicht. Auf der Gegenbewegung „Wir sind Urheber“ sprechen beispielsweise eine hohe Anzahl an Unterstützern diesen Künstlern die Befugnis ab, für «die Künstler» zu sprechen. Ob es schon zu spät ist, ihre Initiative umzutaufen in „wir sind ein paar verschrobene Urheber, die neulich von diesem «Internet» gehört haben“?

Dass man mit Argumenten mehr bewirken kann denn mit der bloßen Aussage „das ist böse, mach das weg“ beweist die Aktion „Wir sind Bürgerinnen und Bürger“ , die konkrete Regelungen zu einem modernen Urheberrecht fordern. Mit einer sachlichen Diskussion lässt sich dann wohl auch eine Eskalation des Streits verhindern, im Zuge dessen Anonymous inzwischen Adressen, Geburtsdaten und Telefonnummern von etwa 100 Unterzeichnern von „Wir sind die Urheberveröffentlichte. Eine kindische Aktion sicherlich, die aber als logische Konsequenz auf die Provokation gesehen werden muss. Und anders als von den Betroffenen behauptet wurden diese Informationen eben nicht illegal beschafft, sondern in Fleißarbeit online zusammen gesammelt.

Von daher, liebe Urheber, stellt euch nicht ins Abseits mit solch dümmlichen Versuchen, Öl ins Feuer zu kippen sondern beteiligt euch an einer sachlichen Diskussion, macht Vorschläge. Oder ist euch das einfach zu viel Arbeit? Mehr Aufwand sicherlich, als seinen Namen unter eine Petition zu setzen, die man zuvor noch nicht einmal gelesen oder den Hintergrund gar verstanden hat.

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: