Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing

26 10 2012

Social Web – Die Alternativen: Teil 1 – Chats
Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing
Social Web – Die Alternativen: Teil 3 – Mikroblogging

Im ersten Teil hatten wir uns angeschaut, wie wir Textnachrichten sicher austauschen können. Doch was ist mit größeren Dateien bzw. Binärdaten? E-Mail ist gänzlich ungeeignet dafür, da das Protokoll weder für den Versand von Dateien gemacht wurde noch eine Sicherheit bietet, dass die Mails (nur) bei dem richtigen Empfänger ankommen. One-Click Hoster scheiden aus, weil dann auch mindestens der Provider, häufig aber die ganze Welt auf unsere Daten zugreifen kann. Und in normalen P2P Netzwerken tummeln sich fette Quallen, die zwar zu doof sind trocken Brot zu schneiden, doch dafür ihre Befriedigung daraus ziehen, uns den ganzen Tag zu überwachen und im Zuge der „Beweissicherung“ selbst die Monitore(!) der Verdächtigten konfiszieren.

Wie schaffen wir es also, unsere Daten ohne die Gefahr eines fremden Zugriffs an den richtigen Empfänger zu versenden? Das Zauberwort heißt Darknet, das auf der Peer-to-Peer (P2P) Verbindung aufbaut, wie sie etwa vom BitTorrent Protokoll eingesetzt wird. In einem Friend-to-Friend (F2F) Netzwerk verbindet man sich ausschließlich mit vertrauenswürdigen Quellen, also idealerweise nur mit Personen, die man auch wirklich persönlich kennt.

Der bekannteste und wohl am weitesten entwickelte Vertreter eines Darknets zum Zwecke des Datentausches ist Freenet, ein komplett verschlüsseltes, dezentrales Netzwerk. Direkt von der Startseite des Projekts kann man sich die unter der GPL Lizenz angebotene Open Source Software installieren. Nach der Installation wird zunächst der Einrichtungsassistent im Browser aufgerufen, wo man seine gewünschte Sicherheitseinstellung wählen kann. Der niedrigere Sicherheitsstandard bietet den Vorteil, dass man sich auch zu fremden Benutzern verbinden kann und somit einen Zugriff auf öffentliche Dateien erhält. Aber Achtung, mit dieser Option verlassen wir das komplett anonyme Darknet! Beim Einrichten haben wir einen Teil unserer Festplattenkapazität zur Verfügung gestellt, den Freenet selbstständig zur Ablage solcher Dateien nutzt.

Beim Start sucht sich Freenet zunächst Knoten, mit denen er verbinden kann. Das dauert seine Zeit und muss bei jedem Neustart wiederholt werden. Ist die Verbindung erfolgt, findet man zumindest bei der niedrigen Sicherheitsstufe Links zu Index-Seiten, die den Einstieg in das anonyme Netz mit Links zu weiteren Angeboten ermöglichen. Hier stehen bereits viele Informationen zur Nutzung des Netzwerks bereit, mit denen man sich zumindest rudimentär auseinander setzen sollte. Auch ein Blick in das Projekt-Wiki kann nicht schaden.

Wir erhalten in der niedrigen Sicherheitsstufe Zugriff auf öffentliche Dateien und können auch selbst solche ins Netz einspeisen. Hier gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Das Spektrum reicht von Bildern über eBooks bis hin zu Multimediadateien. Es ist auch möglich, ganze Webseiten ins Freenet zu spiegeln. Damit sind die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, es lassen sich gar E-Mails nutzen, Diskussionsforen oder Chat-Systeme auf Basis des Freenets nutzen. Die Links hierzu finden sich bereits auf der Eingangsseite http://localhost:8888/.

Sehr vielversprechend sieht auch RetroShare aus, ein ebenfalls quelloffenes Programm unter der GNU GPL, das serverlosen, verschlüsselten Dateiaustausch und Instant Messaging ermöglicht. Hier ist es möglich, nicht nur mit direkten Freunden, sondern auch mit deren Freunden (in mehreren Ebenen) zu kommunizieren. Natürlich ist das dann kein wirkliches Darknet mehr, man sollte wie immer einfach wissen was man tut und wem man vertrauen möchte.

Für RetroShare existiert ebenfalls ein Wiki, das die ersten Gehversuche mit dem Programm unterstützt. Nach dem Programmstart wird man zunächst einmal nicht viel sehen. Es ist hier absolute Bedingung, sich mit Bekannten zu verbinden, einen öffentlichen Bereich gibt es nicht. Eine Ersteinrichtung sollte man über den in der linken Seitenleiste zu findenden Schnellstart-Assistenten durchführen. Für das E-Mail System gibt es eine gute deutschsprachige Einführung bei AK Vorrat.

Weitere Programme, die zum anonymen Dateitausch dienen in alphabetischer Reihenfolge. Nur F2F Netze bieten maximale Anonymität, bei den Programmen die dies nicht unterstützen ist die Anonymität lediglich nach außen hin gewährleistet.
Alliance
anoNet (F2F)
Direct Connect (mit privaten Hubs)
Galet (F2F)
Gazzera (F2F)
GigaTribe (sofern keine öffentlichen Communities genutzt werden)
GNUnet (F2F)
Hamachi
Hybrid Share
OneSwarm (F2F)
Turtle F2F (F2F)
waste (F2F, wenn „ping packets“ deaktiviert sind)


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