Anonyme Bezahlmethoden im Internet

4 11 2012

Mono für Alle! verkaufen Karten für ihre Konzerte im Internet, wo sie dankenswerterweise auch die Anonymität der Käufer ansprechen.

Das Ticket ist anonym. Auf dem Ticket ist nur eine individuelle Ticketnummer gespeichert damit ein Ticket nicht mehrmals benutzt wird. Die Ticketnummer ist in einer verschlüsselten Datenbank mit einer Emailadresse verknüpft […]
Gibt es keine Alternative zu PAYPAL?
A: Bisher leider nicht wirklich. Es wäre natürlich gut wenn es ein freies und anonymes Onlinezahlungssystem gäbe. […]

Gut, unabhängig davon, dass mir nicht klar ist, was eine verschlüsselte Datenbank ist (doch, Oracle Datenbanken kann man mittels Transparent Data Encryption so verschlüsseln, dass selbst der DBA die Inhalte nicht mehr lesen kann – doch das dürfte hier kaum gemeint sein), bemerken sie selbst, dass die Anonymität, die bei den Tickets noch gegeben ist, spätestens ab dem Punkt mit der Zahlung per Paypal ihr Ende findet. Diese Aussage habe ich zum Anlass genommen, hier ein paar mir bekannte anonyme Methoden zur Zahlung im Internet vorzustellen. Bitcoins und die Paysafecard habe ich selbst getestet, bei anderen verlasse ich mich auf Informationen der Anbieter selbst. Grundsätzlich sollte jeder selbst wissen, wem er sein Geld anvertraut.

Kreditkarten sind normalerweise mit allerlei persönlichen Daten des Besitzers verknüpft, anhand derer dieser problemlos zurück verfolgt werden kann. Es existieren allerdings auch Kreditkarten, die man gänzlich anonym erwerben kann. Dabei handelt es sich um Prepaid Kreditkarten, hier muss also der Betrag zunächst aufgezahlt werden, den man anschließend nutzen möchte. In Deutschland ist an solche Angebote im Handel nicht zu kommen, es besteht allerdings die Möglichkeit, sich im nächsten Skiurlaub in Österreich einzudecken oder sich eines der folgenden Angebote von einem Bekannten aus der Alpenrepublik schicken zu lassen.

cash4web Mastercard: Hierbei handelt es sich um keine Karte, sondern um einen Bon des Anbieters PayLife, die man überall dort verwenden kann, wo Mastercard akzeptiert wird. Natürlich kann man den Bon in keinen Automaten schieben. Der Bon ist in Beträgen von 25 bis 150 Euro erhältlich und logischerweise nicht wiederaufladbar.

PayLife MasterCard Geschenkkarte: Die Karte ist mit einem Guthaben von 50 bis zu 150 Euro in Österreichischen Trafiken von tobaccoland erhältlich, eine Ausweiskontrolle findet nach Angaben des Anbieters nicht statt. Auch diese Karte lässt sich nicht wieder aufladen.

In Deutschland findet man beispielsweise die mywirecard 2go Visa, die man als echte Karte zwar anonym an einer Tankstelle oder Kiosk erwerben und bis zu 150 Euro bar aufladen kann, für die Aktivierung muss man sich allerdings eine SMS senden lassen. Dazu wäre also zunächst einmal eine anonyme Handy-Karte vonnöten. Das gleiche Problem zeigt sich auch bei der rein virtuellen Mastercard des selben Anbieters.

Wenig vertrauenserweckend mutet der Webauftritt der Taurus Banque an. Wer den notwendigen Mut mitbringt, kann sich hier eine anonyme Visa oder MasterCard bestellen. Der Vertrieb soll über eine deutsche Firma erfolgen, Versand über einen Kurier. Für weitere Informationen sollte man die Bank idealerweise selbst kontaktieren, im Screenshot finden sich die anfallenden Gebühren.

Taurus Banque

Kommen wir zum virtuellen Geld. In diesem Bereich hat sich Bitcoin einen Namen gemacht. Bitcons sind eine Form von elektronischem Geld, das dezentral auf der Basis eines Computernetzwerks geschöpft wird. Hierzu muss man sich zunächst einen P2P Client herunterladen, der beim ersten Start eine Verbindung zu den anderen Nutzern sucht. Dieser Vorgang ist recht langwierig und kann bei langsameren Computern in der Zwischenzeit die CPU komplett in Beschlag nehmen. Auch sind das Programm und die Nutzungsweise nicht unbedingt selbsterklärend. Es geht aber auch einfacher, auf der Seite bitcoin.de kann man die Bitcoins ohne Verwendung des Programms von anderen Nutzern im Tausch gegen „reales“ Geld erhalten. Dieser Vorgang dauert in aller Regel mehrere Tage, da Geldtransaktionen häufig ins Ausland erfolgen.

Damit das funktioniert, muss man zunächst sein Konto bei bitcoin.de verifizieren lassen. Hier wären wir schon beim großen Nachteil des Systems, denn nach Eingabe der eigenen Bankdaten bekommt man einen Cent mit einem Verifikationscode überwiesen. Somit sind wir natürlich nicht mehr anonym. Nutzen wir den P2P Client, sind die Zahlungen zwar grundsätzlich ohne Angabe persönlicher Daten möglich, allerdings werden alle Transaktionen zwischen zwei Adressen öffentlich protokolliert und dauerhaft im gesamten Netzwerk gespeichert. Die Nutzer lassen sich mit entsprechendem Aufwand der Ermittlungsbehörden also durchaus ausfindig machen. Dieses System bietet von daher keine absolute Anonymität, weshalb von der Nutzung eher abzuraten ist. Außerdem unterliegt die virtuelle Währung gewissen Schwankungen, man kann durch den Einsatz dieses Systems zwar Geld verdienen, aber genauso gut auch verlieren.

Als tatsächlich anonyme Form der Zahlung bleibt nun nicht mehr viel. Zu nennen wären hier im Grunde nur noch die Prepaid-Karten, die ähnlich der Anfangs vorgestellten Prepaid Kreditkarten funktionieren. Die größten Anbieter für Deutschland sind Paysafecard und Ukash mit einem recht breit gefächerten Netz an Partnershops. Man spaziert hier mit Sonnenbrille, Schirmkapuze und Schal bis über die Nase in die Tankstelle bzw. den Kiosk, der möglichst keine Überwachungskameras an der Decke hängen hat und verlangt die entsprechende Karte. Den gewünschten Betrag reicht man dem Verkäufer bar über die Ladentheke und erhält dafür eine Quittung mit einem PIN-Code. Diesen Code kann man dann im Internet-Shop an, der das System natürlich unterstützen muss, und bekommt die zu zahlende Summe abgezogen. Das Restgeld verbleibt für weitere Einkäufe dem eigenen Code zugeordnet. Sind wir hierbei anonym im Internet unterwegs, lässt sich unsere Spur quasi nicht mehr zurückverfolgen.

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