Anonyme Zahlungsmittel: Der Kauf von Bitcoins im Detail

27 11 2012

Heute darf ich einen Gastartikel zum Thema Bitcoins präsentieren. Meinen Artikel „Anonyme Bezahlmethoden im Internet“ hat Mira zum Anlass genommen, die Funktionsweise der Plattform bitcoin.de etwas näher zu beschreiben und von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten. Natürlich stellt diese Plattform nur eine von mehreren Möglichkeit des Geldtransfers dar, wenngleich diese nicht unbedingt zu größter Anonymität beiträgt ist sie doch sehr einsteigerfreundlich. Nun übergebe ich das Wort auch gleich an Mira.

Am Beispiel der Plattform bitcoin.de soll gezeigt werden wie ein Kauf von Bitcoins genau abläuft. Zunächst muss man sich mit einer gültigen Emailadresse auf der Webseite registrieren. Das zu wählende Passwort muss Zahlen, Ziffern und Sonderzeichen enthalten und ist damit relativ sicher, die Verbindung zum Server erfolgt verschlüsselt. Insgesamt ist das Login-Verfahren damit vergleichbar mit den meisten deutschen Onlinebanken. Nach Registrierung erhält man eine Bestätigungsmail mit einem Link, über den sich der Account freischalten lässt. Um allerdings Bitcoins zu kaufen, muss dem Account ein Bankkonto hinzugefügt und dieses verifiziert werden. Das Konto muss entweder ein deutsches Bankkonto sein oder alternativ wird Liberty Reserve angeboten, ein online Payment System das gegen relativ hohe Gebühren anonyme Transfers ermöglicht. Für die meisten Nutzer wird Liberty Reserve aus Kosten- und Sicherheitsgründen nicht in Frage kommen, daher soll sich dieser Text mit dem Bitcoin-Kauf über ein standard Bankkonto beschäftigen.

Zunächst einmal zu der Einschränkung „deutsches“ Bankkonto: Das Bankgeheimnis in Deutschland ist eines der aufgeweichtesten Weltweit, zahlreiche Behörden inkl. Jobcenter (mit schlecht ausgebildeten Mitarbeitern) haben Zugriff auf Kontodaten. Schon die Möglichkeit der Nutzung eines EU-Bankkontos würde hier ein höheres Maß Anonymität bieten, da die deutschen Behörden im europäischen Ausland nur mit großem Aufwand Zugriff auf die Bankdaten der Kunden erhalten.

Weiter im Vorgang: Um das Bankkonto zu bestätigen überweist Bitcoin.de zunächst einen Betrag von 0,01 Euro auf das angegebene Konto zusammen mit einem Bestätigungscode. Dieser Code muss dann nach Zahlungserhalt auf der Bitcoin-Webseite in ein Freischaltfenster eingegeben werden. Ein Verfahren wie es auch bei anderen Anbietern (Paypal usw.) üblich ist. Auf diese Art und Weise ist dem Betreiber von Bitcoin nun die Identität des Nutzers bekannt und entsprechend der Gesetze auch ausreichend bestätigt.

Nachdem das Bankkonto und damit die Identität bestätigt wurde, kann der Kauf von Bitcoins beginnen. Auf dem „Marktplatz“ der Webseite sieht man, ähnlich wie beim Aktienhandel an der Börse, Käufer und Verkäufer gelistet, zusammen mit den aktuellen Kursen und der verfügbaren Menge an Bitcoins sowie der möglichen Zahlungsmethode. So kann man sich nun beispielsweise entscheiden, ob man vom deutschen User X einen Bitcoin zu 8,95 Euro kauft oder vom Franzosen Y einen Bitcoin zu 8,80. Der Vorteil des Kaufes beim deutschen User besteht nun darin, dass die Überweisung auf ein innländisches Bankkonto in der Regel nicht länger als 2 Tage dauert, oft sogar noch am selben Tag ausgeführt wird und der Verkäufer schon am Folgetag das Geld für seine Bitcoins erhält. Ins europäische Ausland hingegen kann das bis zu einer Woche dauern. Der Vorteil beim Kauf im Ausland besteht wiederum in einer größeren Intransparenz der Transaktion für staatliche Behörden (siehe oberer Absatz).

Nach Überweisung auf das Konto der Verkäufers muss man einen Link anklicken, womit man die vollzogene Überweisung bestätigt. Damit soll verhindert werden, dass der Verkäufer den oder die bezahlten Bitcoins anderweitig verkauft; die bezahlte Menge an Bitcoin ist nun durch Bitcoin.de beim Verkäufer reserviert.

Nun gilt es abzuwarten, denn erst wenn der Betrag auf dem Konto des Verkäufers verbucht wurde und dieser den Geldeingang auch tatsächlich registriert hat (wer loggt sich schon täglich bei seinem Bankkonto ein) kann der Verkäufer dem Bitcoin-Deal zustimmen und Bitcoin.de verbucht den Transfer. Sollte der Verkäufer dem Deal nicht zustimmen hat er Euro auf seinem Konto liegen, muss aber nichts dafür liefern und riskiert lediglich den Rausschmiss bei Bitcoin.de. Damit wären wir auch schon bei den Risiken dieser Transaktion angelangt, die natürlich bei Auslandsüberweisungen wesentlich höher liegen. Insbesondere bei größeren Summen sollte man das Risiko einer Überweisung an eine fremde Person, vor allem wenn die im Ausland sitzt, nicht eingehen. Dieser Nachteil ist allerdings kein Problem der Online-Währung Bitcoin, sondern der Handelsplattform Bitcoin.de. Um das Verfahren des Bitcoin-Kaufes durch Euro zu professionalisieren, sollten hier dringend Sicherheitsmechanismen eingebaut werden. Z.B. könnte die Bitcoin.de GmbH für die Käufe haften und Schadenersatz im Betrugsfalle anbieten, ähnlich wie Paypal das praktiziert.

Insgesamt hat der erste Testkauf von Bitcoin über die Plattform Bitcoin.de 3 Tage gedauert, also etwas länger als eine herkömmliche Banküberweisung und etwas schneller als eine durchschnittliche EU-Überweisung.

Gebühren: Für jede Transaktion verlangt Bitcoin.de pauschal 0,5% Provision, was im Vergleich zu allen anderen Anbietern günstig ist.

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