Das neue Myspace anno 2013

2 12 2012

Myspace war einst der Big(gest) Player wenn es um die Vernetzung von Menschen, insbesondere solchen die Musik machen oder lieben, ging. Dann kam ein hässliches, datenhungriges Ungeheuer, das der zu dieser Zeit bereits an Medienmogul Murdoch veräußerten Plattform die Nutzer und damit das Leben aussog. Selbst das neue Design konnte am Ausbluten der einst äußerst aktiven Community  nichts mehr ändern. Im Gegenteil, viele Bugs und langsamer Seitenaufbau vertrieb die Menschen eher noch schneller, so dass die Firma Specific Media aus Kalfornien im Jahre 2011 für 35 Millionen neben dem Namen und ein paar Servern nur noch eine ansonsten ziemlich tote Umgebung einkaufte.

Nun soll eine weitere Neugestaltung alles Besser machen. Hierbei möchte man gar nicht mehr mit dem einstigen großen Rivalen konkurrieren sondern konzentriert sich speziell auf das Thema Musik. Damit gesteht man gleich ein, dass man selbst nicht mehr daran glaubt, an die großen alten Zeit als Marktführer der Community-Plattformen anknüpfen zu können. Doch ist der einstige Name nun Fluch oder Segen für Myspace und lohnt es sich, überhaupt wieder einen Blick auf die Seiten zu werfen?

Interessant ist es sicherlich, was die Entwickler hier gezaubert haben. Auf der Vorschau-Seite new.myspace.com erkennt man gleich, dass es sich nicht um ein reines Neugestalten ging, sondern das Konzept stark verändert wurde. Zunächst loggen wir uns mit unseren alten Myspace Daten ein, können aber ebensogut einen Twitter oder Facebook Account nutzen. Davon rate ich grundsätzlich ab, da hier beide Netzwerke zu viele Daten austauschen könnten.

Nach einer kleinen Fragerunde wer wir sind und wofür wir uns interessieren blickt uns eine moderne, aufgeräumt wirkende Web 2.0 Startseite an, die im ersten Moment sehr an die Gestaltung diverser Google Projekte erinnert. Interessant zunächst die Fußleiste, in der sich unsere Benachrichtigungen und das Mailing-System finden. Als wichtiges Merkmal ist hier sicherlich der Musik-Player zu nennen, wie man ihn sicherlich schon von der Konkurrenz wie Reverbnation kennt.

myspace01 myspace02 myspace03

Klicken wir hier auf „Discover“, können wir in einer Auswahl von Musikern, Menschen und Mutationen, ach nein, Mixes und Radios Unbekanntes kennen lernen. Ein interessanter Ansatz ist die horizontal scrollende Seite, von der ich befürchte, dass ein Großteil der eher unbedarften Nutzer damit zunächst nicht zurecht kommen dürfte. Denn wer kommt schon auf die Idee, statt nach unten nach rechts zu scrollen?

Die Suche, die durch ein kleines Lupen-Symbol im Footer symbolisiert wird, lässt uns zunächst ziemlich alleine. Einzig der Hinweis „Start typing…“ verlockt dazu, auf die Tasten zu hauen. Und siehe da, in Echtzeit bekommen wir Ergebnisse für das Getippte präsentiert.

myspace05 myspace04 myspace06

Was auffällt ist der Umstand, dass sämtliche Kontakte fehlen. Selbst wenn die Meisten davon inzwischen inaktiv sind wäre es doch ärgerlich, die häufig mit viel Aufwand gesammelten Verbindungen zu verlieren. Wollen wir hoffen, dass diese noch übernommen werden und wir nicht komplett neu von Null anfangen müssen. Sofern wir das überhaupt wollen. Denn mit Reverbnation, Bandcamp, Soundcloud und vielen Anderen hat sich längst eine starke Konkurrenz etabliert. Das Alleinstellungsmerkmal fehlt mir im Moment, mit dem Myspace es schaffen will, das Wichtigste für eine solche Plattform zu reaktivieren: die aktiven Nutzer.

Persönlich begrüße ich die Umgestaltung, auch wenn man sich wieder neu eingewöhnen muss. Doch lange hatte ich an der ursprünglichen Version herumgemeckert, bei der die unterschiedlichen Designs der Mitgliederseiten eben kein tolles Feature, sondern lediglich fehlerhafte Programmierung war, die hinterher, als es kein Zurück mehr gab den Fehler zu korrigieren, als gewollt dargestellt wurde. Die zweite Version war schlicht zu langsam und fehlerbehaftet. Alleine schon der Umstand, dass bei den Bulletins die Seitenschaltung bis heute fehlt macht diese für mich unbenutzbar. Grundsätzlich befürworte ich eine bunte Vielfalt an Webseiten, unter denen man auswählen kann und die dem großen Platzhirschen doch hoffentlich bald ordentlich Feuer unter dem fetten Hintern machen. Selbst wenn die Konkurrenz ähnliche kommerzielle Interessen verfolgt.

Wenn ihr schon angemeldet seid, dann schaut doch auch mal bei RamTatTa vorbei. Noch ist es dort karg und einsam, doch wir stehen ja auch erst ganz am Anfang. Vielleicht der Anfang eines großen … ach nein, ich glaube nicht so recht daran. Doch lassen wir uns einfach überraschen.

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: