Linux und die XBOX360

25 06 2012

Um seine teuren Original-DVDs nicht zu zerkratzen, ist es in meinen Augen immer sinnvoll, sich eine Sicherung zu brennen, mit der man arbeitet (gut, in dem Fall besser: spielt). Damit eine XBOX360 gebrannte DVDs liest ist eine Modifikation der Box notwendig. Hierauf werde ich nicht eingehen, ein gewisses Verständnis für die Sache selbst setze ich voraus. Ich möchte lediglich aufzeigen, dass kein Windows-PC notwendig ist um Sicherungen der Original-Datenträger zu verwenden.

ISOs prüfen und patchen
Das Tool für die Arbeit mit XBOX360 Sicherheitsbackups abgx360 gibt es praktischerweise auch als Linux Version. Hier kann man sich die aktuelle CLI Version (Kommandozeilenversion) herunterladen. Das Archiv entpacken wir und wechseln in das entsperchende Verzeichnis. Vor der Installation muss sichergestellt sein, dass libcurl und zlib installiert sind. Nachinstallieren kann man diese mittels

$ sudo apt-get install libcurl4-openssl-dev zlib1g-dev

Dann erstellt man das Binary mit

$ ./configure
$ make

Sobald dies abgeschlossen ist, können wir die abgx360 aufrufen. Ohne Parameter erhalten wir die Hilfe. Die Prüfung dauert je nach Power des PCs ein paar Minuten und sieht im Idealfall etwa so aus:

$ abgx360 datei.iso

[...]
Stealth files patched successfully!

Checking Game CRC... (press Q to cancel)
 Percent  Elapsed  Estimated   Time     Average     Current     Errors    Total
    Done     Time       Time   Left       Speed       Speed  Recovered  Retries
    100%     4:57       4:57   0:00   23.4 MB/s   27.5 MB/s

     AnyDVD style corruption was not detected
     Game CRC = 2F6129AD

Game partition CRC matches the verified ini!
AutoFix was successful!

Wer es lieber grafisch hat, lädt sich gleich die GUI Version herunter. Hierfür benötigen wir wxWidgets, das wir vor der Kompilierung installieren:

sudo apt-get install libwxgtk2.8-dev xterm

Die eigentliche Kompilierung funktioniert genau so wie bei der CLI Version:

$ configure

Sollte das schief gehen, werfen wir einen Blick in die Log-Datei:

$ cat config.log

Bricht die Installatin mit dem Fehler 77 ab, ist das ein Hinweis darauf, dass wir keinen C++ Compiler installiert haben

configure: exit 77

Wir können das nachholen mit

$ sudo apt-get install g++

Nun das Ganze nochmals von vorne. Hat configure funktioniert, folgt nur noch ein make.

$ make

Jetzt steht im Verzeichnis die abgx360gui Binary bereit. Diese können wir von der Befehlszeile starten oder richten uns händisch einen Menüeintrag ein.

$ abgx360gui

ISO Dateien brennen
Bei älteren Spielen funktioniert das noch wunderbar mit dem Befehlszeilentool growisofs. Den Layer-Break kann man damit manuell angeben, benötigt also keine .dvd Datei mehr.

growisofs -use-the-force-luke=dao -use-the-force-luke=break:1913760 -dvd-compat -Z /dev/dvd=[ISO-DATEI] -speed=2

Bei neueren Spielen ist man vom normalen Layer-Break bei 1913760 abgewichen. Solche Dateien passen auch nicht mehr auf einen normalen Rohling, weshalb wir diesen mittels truncate zunächst verkleinern müssen.

truncate --size=8547991552 datei.iso

Beispiel:

$ ls -l
-rw-rw-r-- 1 aaaaa aaaaa 8738846720 Jun 25 01:33 datei.iso
$ truncate --size=8547991552 datei.iso
$ ls -l
-rw-rw-r-- 1 aaaaa aaaaa 8547991552 Jun 25 01:33 dnl-gow3.iso

Da wir die Dateigröße modifiziert haben, passt nun auch der in solchen .dvd Dateien angegebene Layer-Break von 2133520 nicht mehr. Hier müssen wir den Break bei 2086912 setzen.

growisofs -use-the-force-luke=dao -use-the-force-luke=break:2086912 -dvd-compat -Z /dev/dvd=[ISO-DATEI] -speed=2

Das Ganze habe ich in ein kleines Shell Skript gepackt, das anhand der Dateigröße des Images erkennt, ob ein Truncate notwendig ist und den Brennvorgang dann entsprechend startet. Zur Sicherheit wird für die verkleinerte Datei ein temporäres Backup angelegt und nicht das Original verändert.

#!/bin/bash

# Wird kein Parameter angegeben, zeige die Hilfe an
if [ -z $1 ]; then
        echo "Aufruf: $0 [Imagedatei] "
        echo "Imagedatei: Die .iso Image Datei. Pflichtangabe."
        echo "DVD-Brenner: Das Device des DVD-Brenners. Wahlfrei. Standard: /dev/dvd"
        exit 1
else IMAGE=$1
fi

# Wurde ein Brenner uebergeben? Dann nimm diesen, sonst setze den Standard
if [ -z $2 ]; then BRENNER="/dev/dvd"
else BRENNER=$2
fi

# Ermitteln der ISO Groesse
DATEIGROESSE=`stat -c %s ${IMAGE}`
# Es handelt sich um eine uebergrosse Datei
if [ ${DATEIGROESSE} -eq "8738846720" ]; then
        IMAGE_KOPIE="trunc_"${IMAGE}
        head -c8547991552 <${IMAGE} >${IMAGE_KOPIE}     # Wir erstellen sicherheitshalber eine Kopie
        growisofs -use-the-force-luke=dao -use-the-force-luke=break:2086912 -dvd-compat -Z ${BRENNER}=${IMAGE_KOPIE} -speed=2   # Brennen
        if [ "$?" -eq "0" ]; then      # Wenn das Brennen funktioniert hat, kann die temporaere Datei wieder weg
                rm ${IMAGE_KOPIE}
        fi
else
        growisofs -use-the-force-luke=dao -use-the-force-luke=break:1913760 -dvd-compat -Z ${BRENNER}=${IMAGE} -speed=2 # Normales Brennen ohne Modifikaton des ISOs
fi

Diese Methode sollte bei einigen, aber nicht bei allen XGD3 ISOs funktionieren. Bei denen, die sich anschließend nicht starten lassen muss ein Brenner mit geänderter Firmware her, der DVDs überbrennen kann. Damit lassen sich dann auch solche Images brennen:

growisofs -use-the-force-luke=break:2133520 -Z /dev/dvd=[ISO-DATEI] -speed=2

ISO Dateien entpacken

Einfacher und vor allem schneller als sich die ISOs auf einen Rohling zu brennen ist es, diesen auf einer externen (bzw. auch internen) Festplatte abzuspielen. Der große Vorteil ist hier auch, dass man nicht mit Truncate oder Überbrennen hantieren muss. Die XBOX ist leider nicht in der Lage, die ISO Datei selbst zu lesen, von daher muss diese zunächst entpackt werden. Eine externe Platte, die man mittels USB an die Box anschließt muss unbedingt als FAT32 formatiert sein. Hierzu eignet sich der Gnome Partition Editor GParted.

exiso ist ein kleines Befehlszeilenprogramm für Windows. Eine vergleichbare native Lösung für Linux wäre mir nicht bekannt. Ist aber auch nicht zwingend notwendig, denn dieses läuft auch prächtig unter Wine. Mit dem Parameter -x entpacken wir die ISO Datei.

$ wine ./exiso.exe -x /Pfad/zur/datei.iso

Um Platz zu sparen sollte man im Anschluß das Verzeichnis $Systemupdate direkt wieder löschen.





Eine neue Bildschirmauflösung mit XRandR hinzufügen

21 03 2012

Heute hatte ich das Vergnüngen, einen alten PC mit Lubuntu zu versorgen. An dem Rechner hängt auch ein alter 19″ CRT Monitor. Nach der Installation war die Bildschirmauflösung auf 1600×1200 Punkte voreingestellt, was bei 19 Zoll natürlich zu unleserlich winziger Schrift führt. Die nächstemögliche Einstellung wären die 1280×1024 Bildpunkte gewesen. Für die Computerbesitzer immer noch zu klein. Der folgende Schritt zu 1024×768 war für meinen Geschmack viel zu groß, so muss man ständig quer scrollen bei den Programmen.

So wollte ich noch einen Zwischenschritt hinzufügen. Dafür eignet sich die Zwischenstufe XGA+ mit 1152×864 Pixeln. Um diese zu konfigurieren, müssen wir zunächst mittels cvt die Einstellungen auslesen. Als ersten Parameter geben wir die gewünschte Breite, als Zweiten die Höhe an.

$ cvt 1152 864
# 1152x864 59.96 Hz (CVT 1.00M3) hsync: 53.78 kHz; pclk: 81.75 MHz
Modeline "1152x864_60.00"   81.75  1152 1216 1336 1520  864 867 871 897 -hsync +vsync

Mit XRandR stellen wir nun genau die ausgegebene Zeile als neuen Modus ein.
$ xrandr --newmode "1152x864_60.00"   81.75  1152 1216 1336 1520  864 867 871 897 -hsync +vsync

Schauen wir uns das Ergebnis an.

$ xrandr
Screen 0: minimum 320 x 200, current 1024 x 768, maximum 1600 x 1600
VGA-0 connected 1024x768+0+0 (normal left inverted right x axis y axis) 350mm x 260mm
1600x1200      75.0
1280x1024      85.0     75.0
1024x768       85.0*    75.0
800x600       100.0     85.1     75.0
640x480       100.0     85.0     59.9
720x400        70.1
DVI-0 disconnected (normal left inverted right x axis y axis)
S-video disconnected (normal left inverted right x axis y axis)
1152x864_60.00 (0x91)   81.8MHz
h: width  1152 start 1216 end 1336 total 1520 skew    0 clock   53.8KHz
v: height  864 start  867 end  871 total  897           clock   60.0Hz

Jetzt müssen wir die neue Auflösung noch zu den gültigen Modi hinzufügen
$ xrandr --verbose --addmode VGA-0 "1152x864_60.00"

Und siehe da, wir haben eine neue Auflösung hinzugefügt, zu der wir ab sofort auch wechseln können.

$ xrandr
Screen 0: minimum 320 x 200, current 1024 x 768, maximum 1600 x 1600
VGA-0 connected 1024x768+0+0 (normal left inverted right x axis y axis) 350mm x 260mm
1600x1200      75.0
1280x1024      85.0     75.0
1024x768       85.0*    75.0
800x600       100.0     85.1     75.0
640x480       100.0     85.0     59.9
720x400        70.1
1152x864_60.00   60.0
DVI-0 disconnected (normal left inverted right x axis y axis)
S-video disconnected (normal left inverted right x axis y axis)

Da das Alles bisher nur temporär war und bei dem nächsten Neustart verloren ginge, müssen wir unsere Modifkation noch festhalten. Hierzu erstellen wir eine neue Datei für die Custom Settings mit diesem Inhalt:
$ sudo vi /etc/X11/Xsession.d/45custom_xrandr-settings

xrandr --newmode "1152x864_60.00"   81.75  1152 1216 1336 1520  864 867 871 897 -hsync +vsync
xrandr --verbose --addmode VGA-0 "1152x864_60.00"
xrandr --output default --mode "1152x864_60.00"

Diese Datei muss ausführbar sein:
$ sudo chmod a+x /etc/X11/Xsession.d/45custom_xrandr-settings





MP3 Dateien konvertieren in der Shell

5 03 2012

Von Mini bekomme ich die Interviews, die er im Kamikaze Radio sendet als MP3 Dateien geschickt. Da sich da im Laufe der Zeit doch einige Dateien angesammelt haben und mein Speicherplatz nicht unbegrenzt ist, reduziere ich die Qualität von 128 kBit/s auf 56 kBit/s, was bei reinen Sprachdateien vollkommen ausreicht ohne einen wirklich merkbaren Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen. Um den Aufwand hierbei so gering wie möglich zu halten, habe ich mir ein kleines Bash Skript gebastelt, das diesen Vorgang vollautomatisch vornimmt.

#!/bin/bash

temp=$(mktemp)
TEILE=`ls *.mp3 |wc -l`

for DATEI in *.mp3; do
	eyeD3 -v "${DATEI}" >$temp

	TITLE=$(grep Title $temp | cut -d: -f2- | sed 's/^ //;s/>$//')
	TEIL=$(echo ${TITLE##${TITLE%%?}})
	PERFORMER=$(grep 'performer' $temp | cut -d: -f2- | sed 's/^ //;s/>$//')
	AUSGABE="Kamikaze_Radio_-_"$(echo ${PERFORMER} | sed -e s/ä/ae/g -e s/ö/oe/g -e s/ü/ue/g -e s/ß/ss/g -e s/\ /\_/g)"_${TEIL}.mp3"

	echo "Konvertiere ${DATEI} in ${AUSGABE}"
	lame -q 0 -b 56 "${DATEI}" "${AUSGABE}"
	eyeD3 --artist="${PERFORMER}" --title="Interview Teil ${TEIL}" --track=${TEIL} --track-total=${TEILE} --year=`date +"%Y"` --comment="ger::Kamikaze Radio" ${AUSGABE}
done

rm $temp
ls -lh

exit 0

Was passiert hier?

Erstelle eine temporäre Datei, in der die vorhandenen Tags der Dateien gespeichert werden. Beim Konvertieren mittels Lame gehen die ID3 Tags verloren, ausserdem sehen die erstmal nicht unbedingt so aus, wie ich diese haben möchte.
temp=$(mktemp)

Ich speichere mir noch die Anzahl der MP3 Dateien. Hierzu müssen alle MP3s eines Interviews in dem entsprechenden Verzeichnis liegen.
TEILE=`ls *.mp3 |wc -l`

Führe die folgenden Aktionen für alle MP3 Dateien im Verzeichnis aus.
for DATEI in *.mp3; do

Um die ID3 Tags auszulesen und später wieder zu speichern verwende ich eyeD3.
eyeD3 -v "${DATEI}" >$temp

So sieht die Ausgabe aus:

Kommando Kap Hoorn - Teil 1.mp3	[ 7.12 MB ]
-------------------------------------------------------------------------------
Time: 07:46    MPEG1, Layer III    [ 128 kb/s @ 44100 Hz - Stereo ]
-------------------------------------------------------------------------------
ID3 v2.3:
title: Teil 1        artist: Kommando Kap Hoorn
album:         year: None
track: 7        
-------------------------------------------------------------------------------
ID3 Frames:
<Lead performer(s)/Soloist(s) (TPE1): Kommando Kap Hoorn>
<Title/songname/content description (TIT2): Teil 1>
<Encoded by (TENC): Ripped with Streamripper>
<Album/Movie/Show title (TALB): >
<Track number/Position in set (TRCK): 7>
<Year (TYER): >

Extrahiere den Titel aus der temporären Datei mit den ID3 Tags
TITLE=$(grep Title $temp | cut -d: -f2- | sed 's/^ //;s/>$//')

Die Dateien enthalten als Titel ursprünlich den Text „Teil n“. Ich möchte hier nur die letzte Stelle, also die Nummer erhalten.
TEIL=$(echo ${TITLE##${TITLE%%?}})

Extrahiere den Künstler aus der temporären Datei mit den ID3 Tags
PERFORMER=$(grep 'performer' $temp | cut -d: -f2- | sed 's/^ //;s/>$//')

Bastle aus den bisherigen Informationen den neuen Dateinamen zusammen. Ersetze dabei sowohl die Umlaute wie auch Leerstellen.
AUSGABE=“Kamikaze_Radio_-_“$(echo ${PERFORMER} | sed -e s/ä/ae/g -e s/ö/oe/g -e s/ü/ue/g -e s/ß/ss/g -e s/\ /\_/g)“_${TEIL}.mp3″

Nur eine Bildschirmausgabe zur Info
echo "Konvertiere ${DATEI} in ${AUSGABE}"

Erzeuge die Dateien mit 56 kBit/s
lame -q 0 -b 56 "${DATEI}" "${AUSGABE}"

Schreibe in die neu erstellten Dateien die ID3 Tags
eyeD3 --artist="${PERFORMER}" --title="Interview Teil ${TEIL}" --track=${TEIL} --track-total=${TEILE} --year=`date +"%Y"` --comment="ger::Kamikaze Radio" ${AUSGABE}

Hier endet die Schleife
done

Lösche die temporäre Datei wieder
rm $temp

Und zeige schließlich das aktuelle Verzeichnis mit allen Dateien an
ls -lh

Lassen wir das Skript laufen, sieht das folgendermaßen aus:

$ ./conv.sh 
Konvertiere Kommando Kap Hoorn - Teil 1.mp3 in Kamikaze_Radio_-_Kommando_Kap_Hoorn_1.mp3
ID3v2 found. Be aware that the ID3 tag is currently lost when transcoding.
LAME 3.98.4 64bits (http://www.mp3dev.org/)
Resampling:  input 44.1 kHz  output 24 kHz
Using polyphase lowpass filter, transition band:  9774 Hz - 10065 Hz
Encoding Kommando Kap Hoorn - Teil 1.mp3
      to Kamikaze_Radio_-_Kommando_Kap_Hoorn_1.mp3
Encoding as 24 kHz j-stereo MPEG-2 Layer III (13.7x)  56 kbps qval=0
hip: Can't step back 466 bytes!
    Frame          |  CPU time/estim | REAL time/estim | play/CPU |    ETA 
 19451/19455 (100%)|    0:51/    0:51|    0:51/    0:51|   9.1194x|    0:00 
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
   kbps        LR    MS  %     long switch short %
   56.0        0.5  99.5        86.6   7.7   5.7
ReplayGain: +0.5dB

Kamikaze_Radio_-_Kommando_Kap_Hoorn_1.mp3    [ 3.12 MB ]
-------------------------------------------------------------------------------
Time: 07:46    MPEG2, Layer III    [ 56 kb/s @ 24000 Hz - Joint stereo ]
-------------------------------------------------------------------------------
No ID3 v1.x/v2.x tag found!
Setting artist: Kommando Kap Hoorn
Setting title: Interview Teil 1
Setting track: 1
Setting track total: 3
Setting year: 2012
Setting comment: []: Kamikaze Radio
Writing tag...
ID3 v2.4:
title: Interview Teil 1        artist: Kommando Kap Hoorn
album:         year: 2012
track: 1/3        
Comment: [Description: ] [Lang: ger]
Kamikaze Radio

Der ID3 Tag nach der Konvertierung:

-------------------------------------------------------------------------------
Time: 07:46    MPEG2, Layer III    [ 56 kb/s @ 24000 Hz - Joint stereo ]
-------------------------------------------------------------------------------
ID3 v2.4:
title: Interview Teil 1        artist: Kommando Kap Hoorn
album:         year: 2012
track: 1/3        
Comment: [Description: ] [Lang: XXX]
Kamikaze Radio
-------------------------------------------------------------------------------
ID3 Frames:
<Lead performer(s)/Soloist(s) (TPE1): Kommando Kap Hoorn>
<Title/songname/content description (TIT2): Interview Teil 1>
<Track number/Position in set (TRCK): 01/03>
<Release time (TDRL): 2012>
<Tagging time (TDTG): 2012-03-05T14:28:31>
<Recording time (TDRC): 2012>
<Comments (COMM): Kamikaze Radio [Lang: XXX] [Desc: ]>




Wie schütze ich meinen PC vor dem Staat?

18 10 2011

Nach der Veröffentlichung des sogenannten Staatstrojaners durch den Chaos Computer Club musste auch die Politik endlich zugeben, was ohnehin längst jedem bewusst sein sollte. Wir werden von unseren Regierungsorganen überwacht. Und das nicht nur durch die allgegenwärtigen Kameras, nein auch in unseren privatesten Momenten schaut uns die Staatsmacht über die Schulter.

Man möge sich das nur einmal vorstellen. Da wird alle paar Sekunden ein Foto unseres Computerbildschirms gemacht und an verbeamtete Spanner übermittelt. Ich tippe hier also diesen Text, wollte schreiben Herr Innenminister Friedrich ist ein inkompetentes Arschloch, merke dann aber dass ich den Mann und seine Arbeit eigentlich sehr schätze und veröffentliche doch diese positive Variante. Trotzdem steht auf irgend einem Screenshot noch die nie veröffentlichte Beleidigung, für die ich dann belangt werden könnte.

Inkompetenz könnte man auch den Behörden vorwerfen, die den Trojaner genutzt haben bzw. zumindest bei dem Versuch scheiterten. In Sachsen gab es dadurch nur nicht noch weitere Einzelfälle, weil es bei der Installation technische Schwierigkeiten gab. Ob man von mangelndem Sachverstand oder einer bewussten Überschreitung geltenden Rechts sprechen kann wenn sich herausstellte, dass der Trojaner deutlich mehr Funktionen beinhaltete, als diese vom Gesetzgeber gestattet sind? Der Trojaner konnte beliebigen Code nachladen, damit könnte man auf einem befallenen PC also grundsätzlich ALLES tun. Schlimm auch, dass die ausgespähten Daten unverschlüsselt über einen Server in den USA gingen, also von unauthorisierten Personen hätten abgefangen werden können. Genauso wie die unzureichenden Schutzfunktionen des Trojaners es für kriminelle Dritte ermöglicht hätten, den befallenen PC zu übernehmen und dort ggf. sogar gefälschtes Beweismaterial abzulegen. Reden sich die Verantwortlichen dann damit heraus, dass sie den Quellcode der Software nicht kennen bzw. diesen noch nicht einmal besitzen würden, dann ist das im besten Fall noch als fahrlässige Gefährdung der Betroffenen zu bezeichnen.

Die Bedrohung ist also real, was können wir tun uns zu schützen? Grundsätzlich gilt, persönliche Informationen nie unverschlüsselt über das Netz zu leiten. Selbstverständlich ist, dass man bei sozialen Netzwerken nie mit Echtdaten hantieren sollte. Viel zu oft wird aber auch bei den so beliebten E-Mails mehr verraten, als es Dritte wirklich angehen sollte. Um zu vermeiden, dass Unbefugte unseren Mailverkehr mitlesen, bietet sich an Mails per PGP zu verschlüsseln. Für einen ersten Eindruck sei hier auf die Einführung in Verschlüsselung hingewiesen. Weitere Informationen finden sich im DMOZ Open Directory.

Das hilft allerdings nicht weiter, wenn der Trojaner bereits vor dem Versenden der Informationen Bildschirmfotos anfertigt. Deshalb müssen wir sicherstellen, uns diese Software gar nicht erst einzufangen. Der bekannte Staatstrojaner funktioniert nur unter Windows, da es bei anderen Betriebssystemen ungleich schwieriger ist, solche Schnüffelprogramme zu installieren. Als freie Alternative auf zu Windows kann ich nur immer auf Linux hinweisen, das heutzutage fast alle Bedürfnisse des durchschnittlichen PC-Anwenders abdeckt. Eine einsteigerfreundliche Variante wäre Ubuntu, aber auch andere Distributionen bieten ihre Vorteile bei bestimmten Einsatzgebieten bzw. Vorlieben. Wer nicht gleich auf die Software aus Redmond verzichten möchte kann Linux zunächst als zweites System neben dem Microsoft-Betriebssystem installieren und mittels Multi-Bootloader beim Hochfahren entscheiden, welches System er starten möchte. Zum Surfen sei hier stets Linux empfohlen, da damit das Risiko, sich Schadsoftware einzufangen ungleich kleiner ist.

Für die ängstlichen Naturen mit entsprechend Rechenpower gäbe es des weiteren die Alternative eines virtuellen Systems. Mittels VMWare oder Virtualbox lässt sich ein Betriebssystem innerhalb eines anderen Betriebssystems betreiben. Auch gibt es bereits fertig eingerichtete virtuelle Maschinen, so dass selbst der Aufwand der Installation weg fällt. So könnte man sämtliche Kommunikation nach draußen über die Sandbox laufen lassen ohne das zugrunde liegende System zu gefährden.

Wer ganz sicher sein möchte brennt sich einfach eine CD mit einer Live CD. Hier startet man das Betriebssystem nicht von Festplatte sondern von einer CD. Sämtliche Daten werden dabei im RAM gehalten, folglich sind auch alle Veränderungen am System nach dem Ausschalten des PCs unwiederbringlich verschwunden, inklusive etwaigen Trojanern. Eine bekannte Variante ist die Knoppix Linux Live CD, aber auch mit einer Ubuntu CD kann man ohne Installation starten und arbeiten. Wer unbedingt auf Windows besteht greift eben auf Bart’s Preinstalled Environment (BartPE) oder die Ultimate Boot CD for Windows (UBCD4Win) zurück.





Nützliche Gnome-Programme

5 09 2009

Ubuntu bringt in der Standard-Installation schon viele sinnvolle Programme mit. Ein paar zusätzliche Programme mögen trotzdem die Arbeit um einiges erleichtern. Vorgestellt werden nur kostenlose Versionen. Dabei nutze ich nicht nur native Gnome Software sondern auch KDE oder plattformunabhängige Java-Programme, wenn diese ihre Gnome-Konkurrenten im Leistungsumfang entsprechend übertrumpfen.

Audactiy
Ein umfangreicher Audio-Editor und -Recorder.

Chromium
Nachdem Firefox immer langsamer und dadurch unbenutzbarer wird ist Chromium eine flotte Alternative unter den Web-Browsern.

EasyTAG
Tag-Editor für MP3 und Ogg Dateien.

Eclipse
Mächtige Entwicklungsumgebung, eigentlich für Java. Gibt es inzwischen auch für PHP  (PHP Development Tools).

Exaile
Für mich der beste Audio-Player für Gnome.

GIMP
Bildbearbeitungsprogramm. Der Schwerpunkt der Software ist die intensive Bearbeitung einzelner Bilder, wofür vielfältige Effekte („Filter“) zur Verfügung stehen.

Grip
CDs digital rippen

Gwenview
Schneller Grafik-Betrachter.

JDownloader
Erleichtert das Herunterladen von Dateien manchmal erheblich.

k9Copy (KDE)
DVD9 auf DVD5 rippen.

Krusader (KDE)
Zwei Fenster Dateimanager mit FTP.

Navicat
Datenbank Administrations-Tool u.a. für Oracle und MySQL

Open Komodo
Ein umfangreicher Webeditor.

OpenShot Video Editor
Einfach zu bedienender Video-Editor

Project X
Videoschnitt, -bearbeitung und -konvertierung.

recordMyDesktop
Videos vom Desktop aufnehmen.

Sound Converter
Dient der Konvertierung von Audiodateien von einem Format in ein anderes. Es werden die Dateitypen ogg, mp3, flac und wav unterstützt.

TV-Browser
Elektronische TV Zeitschrift.

Ubuntu Tweak
Bietet den Zugriff auf viele versteckte Funktionen und Programminstallationen.

VirtualBox
Virtualisiert andere Betriebssysteme im Fenster.

VLC media player
Dieser Mediaplayer spielt so ziemlich alle Formate ab. Bringt seine eigenen Dekodierer mit.

XSane
Scan-Programm





Eine kleine (Ubuntu) Linux FAQ

22 12 2008

Warum sind die Bildschirm-Schriftarten so unscharf?
Die von Hause aus mitgelieferten Schriften sind tatsächlich nicht die allerbesten. Die besten Ergebnisse konnte ich mit den Windows-Schriftarten erzielen. Wie sich diese im Linux installieren lassen ist auf http://www.sharpfonts.com/ erklärt. Alternativ kann man auch das Paket msttcorefonts oder gleich ubuntu-restricted-extras installieren, welches noch weitere brauchbare Codecs enthält.

Warum ist mein Sound so extrem leise?
Neuere Soundkarten nutzen häufig den High Definition Audio (HDA) Chip. Diesen erkennt ALSA aktuell noch nicht immer korrekt. Im Ubuntuusers Wiki findet sich eine hilfreiche Erklärung, wie man das Problem behebt: http://wiki.ubuntuusers.de/Soundkarten_installieren/HDA

Wie mounte ich .img ISOs?
Diese Dateien sind keine wirklichen Standard-ISOs, deshalb würde ich raten, diese besser ins normale Format zu bringen. Hierfür eignet sich das kleine Tool IAT (Iso9660 Analyzer Tool). Mittels
iat Eingabedatei [Ausgabedatei.iso]
lassen sich solche Formate normalerweise problemlos umwandeln.

Wie brenne ich Video-DVDs?
Liegen die Dateien im VIDEO_TS Ordner vor, kann Brasero diese leider nicht als Video-DVD brennen. Wandelt man die Dateien allerdings in ein ISO um, ist das Brennen kein Problem mehr.
mkisofs -dvd-video -o /pfad/videodvd.iso /pfad-zu-den-videodateien/

Wie brenne ich XBOX 360 ISOs unter Linux?
Hierfür eignet sich das Befehlszeilentool growisofs. Den Layer-Break kann man damit manuell angeben, benötigt also keine .dvd Datei mehr.
growisofs -use-the-force-luke=dao -use-the-force-luke=break:1913760 -dvd-compat -Z /dev/scd[N]=[ISO-DATEI] -speed=2

Wie füge ich mehrere AVI Dateien zu einer großen Datei zusammen?
Hierfür eignet sich das Tool avimerge. Dieses gehört zu den Befehlszeilentools Transcode. Der Aufruf ist dann ganz einfach:
avimerge -i eingabedatei1.avi eingabedatei2.avi -o ausgabedatei.avi

Wie zerlege ich eine große AVI Datei in mehrere kleine Teile?
Ebenfalls in Transcode gibt es avisplit. Der Aufruf erfolgt ähnlich wie bei avimerge. Der Parameter -s gibt die Größe der Teile in MB an. Diese werden als ausgabe-0000, ausgabe-0001 usw. benannt.
avisplit -s 1024 -i quelle.avi -o ausgabe

Wie zeige ich die Hardware-Temperatur an?
Stürzt der Computer häufiger ohne erkennbaren Grund ab, kann das an überhitzter Hardware liegen. Um die Temperatur zu überwachen, eignet sich lm-sensors.

Dieses installiert man zunächst mit apt-get
sudo apt-get install lm-sensors
Anschließend ist es noch zu konfigurieren über
sudo sensors-detect
Die Fragen können im Grund alle mit yes beantwortet werden. Zum Schluss bietet sich die Option, die Ergebnisse in die /etc/modules einzutragen, damit lm-sensors bei jedem Systemstart automatisch geladen wird.
Mit der Eingabe von sensors zeigt sich nun eine Übersicht des aktuellen Zustands. Wer es lieber grafisch haben möchte, installiert sich noch das Hardware Monitoring Applet
sudo apt-get install libsensors3 sensors-applet
Nach einem Reboot bietet sich mit einem Rechtsklick auf das Panel -> Zum Panel Hinzufügen der Hardware Sensor Monitor.
Hardware-Monitor





Installation eines Netgear WG511v2 in Kubuntu

14 07 2007

Die Problemstellung war, eine Netgear PCMCIA WLAN Karte WG511v2 mit Kubuntu zum Laufen zu bekommen. Steckt man die Karte in ihren zugehören Slot, passiert erst mal gar nichts. So scheint es zumindest. lspci verrät allerdings, dass die Karte erkannt wurde, wie die folgende Ausgabe zeigt.

$ sudo lspci
[...]
Ethernet controller: Marvell Technology Group Ltd. 88w8335 [Libertas] 802.11b/g Wireless (rev 03)

Da es keine Linux-Treiber für diese Karte gibt, bzw. ich zumindest keine finden konnte, muss auf den NDISwrapper zurückgegriffen werden. Über den adept-manager werden die ndiswrapper-utils in ihrer neuesten Version installiert. Zusätzlich benötigt werden die wireless-tools, diese sollten bei einer Standardinstallation von Kubuntu normalerweise schon vorhanden sein.

Jetzt können die Windows-Treiber installiert werden. Nach Einlegen der Treiber-CD mountet Kubuntu diese normalerweise selbstätig. Ich habe die Windows XP Treiber verwendet, da ich davon ausgehe, dass diese auch die Aktuellsten sind. Wir wechseln also ins Verzeichnis “/media/cdrom/Driver/Windows XP”. Mittels

sudo ndiswrapper -i WG511v2.INF

wird der Treiber installiert.

ndiswrapper -l

sollte etwa folgendes Ergebnis liefern:

$ ndiswrapper -l
wg511v2 : driver installed
device (11AB:1FAA) present

Damit die Treiber auch nach dem Neustart des Computers wieder erkannt werden, müssen diese in den Kernel eingetragen werden.

ndiswrapper -m

trägt die aktuellen Infos in die Konfiguration für modprobe ein. Jetzt noch ein

sudo modprobe ndiswrapper

um das Ndiswrapper Modul in den Kernel einzutragen. Anschließend kann das Netzwerk beispielsweise mittels KNetworkManager konfiguriert werden.

Das Ergebnis: