Social Web – Die Alternativen: Teil 3 – Mikroblogging

31 10 2012

Social Web – Die Alternativen: Teil 1 – Chats
Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing
Social Web – Die Alternativen: Teil 3 – Mikroblogging

Im Zeitalter der neuen Medien haben sich die Menschen immer weniger mitzuteilen. Das bemerkt man auch an dem Erfolg des Kurznachrichtendienstes Twitter. In nur 140 Zeichen schicken die Mitglieder verkrüppelte Nachrichten in die Welt, deren Informationsgehalt ungefähr mit dem der Meldungen in der Bildzeitung zu vergleichen sind. Trotz alledem erfreut sich das Netzwerk vieler Millionen Teilnehmer, die anscheinend das rein kommerzielle Interessen des dahinterstehenden Unternehmens übersehen. Das wird schon an dem Umstand ersichtlich, dass die Schnittstelle zu Twitter in der Vergangenheit immer weiter von fremdem Zugriff abgeschirmt wurde. Frei ist dieses Netzwerk also schon lange nicht mehr und was mit den dort geposteten persönlichen Daten geschieht bleibt im Dunkeln verborgen.

Wenn es denn also die kurzen Mitteilungen sein sollen, warum nutzt man dann die Plattform eines Quasi-Monopolisten, der seine Marktmacht für viele schlimme Dinge nutzen könnte? Denn siehe da, auch für Twitter gibt es Alternativen. Diese basieren in aller Regel auf der Open Source Software StatusNet. Die unter der GNU APGL lizenzierte PHP Software kann hier kostenfrei heruntergeladen und auf einem eigenen Server eingesetzt werden. Das Wiki erklärt die Installation sowie weitere Schritte. Die Systemanforderungen sind für eine Grundinstallation recht gering, so dass der Einrichtung eines eigenen Projekts kaum etwas im Wege stehen sollte.

Möchte man sich diese Arbeit trotzdem sparen, kann man auf bereits bestehende Projekte zurück greifen. Das Aktivix Kollektiv beispielsweise hat die Independent Micro Blog Site eingerichtet, auf der man sich allerdings nur nach persönlicher Einladung beteiligen kann.

Offen für alle und auch mit deutlich mehr aktiven Mitgliedern ist identi.ca, die Referenzimplementierung von StatusNet. Die Funktionen ähneln sehr denen seines großen Vorbildes, Nachrichten dürfen maximal 140 Zeichen umfassen. Allerdings steht bei identi.ca Freiheit und Transparenz im Vordergrund, durch das offene OStatus Protokoll können andere Dienste dezentral mit dem Dienst kommunizieren. Eine Anmeldung kann neben der normalen Registrierung auch mit dem Twitter bzw. Facebook Account oder einer OpenID erfolgen. Die Nutzer stimmen mit der Nutzung automatisch zu, sämtliche hier veröffentlichten Texte unter die freie CC BY 3.0 Lizenz zu stellen.

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Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing

26 10 2012

Social Web – Die Alternativen: Teil 1 – Chats
Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing
Social Web – Die Alternativen: Teil 3 – Mikroblogging

Im ersten Teil hatten wir uns angeschaut, wie wir Textnachrichten sicher austauschen können. Doch was ist mit größeren Dateien bzw. Binärdaten? E-Mail ist gänzlich ungeeignet dafür, da das Protokoll weder für den Versand von Dateien gemacht wurde noch eine Sicherheit bietet, dass die Mails (nur) bei dem richtigen Empfänger ankommen. One-Click Hoster scheiden aus, weil dann auch mindestens der Provider, häufig aber die ganze Welt auf unsere Daten zugreifen kann. Und in normalen P2P Netzwerken tummeln sich fette Quallen, die zwar zu doof sind trocken Brot zu schneiden, doch dafür ihre Befriedigung daraus ziehen, uns den ganzen Tag zu überwachen und im Zuge der „Beweissicherung“ selbst die Monitore(!) der Verdächtigten konfiszieren.

Wie schaffen wir es also, unsere Daten ohne die Gefahr eines fremden Zugriffs an den richtigen Empfänger zu versenden? Das Zauberwort heißt Darknet, das auf der Peer-to-Peer (P2P) Verbindung aufbaut, wie sie etwa vom BitTorrent Protokoll eingesetzt wird. In einem Friend-to-Friend (F2F) Netzwerk verbindet man sich ausschließlich mit vertrauenswürdigen Quellen, also idealerweise nur mit Personen, die man auch wirklich persönlich kennt.

Der bekannteste und wohl am weitesten entwickelte Vertreter eines Darknets zum Zwecke des Datentausches ist Freenet, ein komplett verschlüsseltes, dezentrales Netzwerk. Direkt von der Startseite des Projekts kann man sich die unter der GPL Lizenz angebotene Open Source Software installieren. Nach der Installation wird zunächst der Einrichtungsassistent im Browser aufgerufen, wo man seine gewünschte Sicherheitseinstellung wählen kann. Der niedrigere Sicherheitsstandard bietet den Vorteil, dass man sich auch zu fremden Benutzern verbinden kann und somit einen Zugriff auf öffentliche Dateien erhält. Aber Achtung, mit dieser Option verlassen wir das komplett anonyme Darknet! Beim Einrichten haben wir einen Teil unserer Festplattenkapazität zur Verfügung gestellt, den Freenet selbstständig zur Ablage solcher Dateien nutzt.

Beim Start sucht sich Freenet zunächst Knoten, mit denen er verbinden kann. Das dauert seine Zeit und muss bei jedem Neustart wiederholt werden. Ist die Verbindung erfolgt, findet man zumindest bei der niedrigen Sicherheitsstufe Links zu Index-Seiten, die den Einstieg in das anonyme Netz mit Links zu weiteren Angeboten ermöglichen. Hier stehen bereits viele Informationen zur Nutzung des Netzwerks bereit, mit denen man sich zumindest rudimentär auseinander setzen sollte. Auch ein Blick in das Projekt-Wiki kann nicht schaden.

Wir erhalten in der niedrigen Sicherheitsstufe Zugriff auf öffentliche Dateien und können auch selbst solche ins Netz einspeisen. Hier gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Das Spektrum reicht von Bildern über eBooks bis hin zu Multimediadateien. Es ist auch möglich, ganze Webseiten ins Freenet zu spiegeln. Damit sind die Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, es lassen sich gar E-Mails nutzen, Diskussionsforen oder Chat-Systeme auf Basis des Freenets nutzen. Die Links hierzu finden sich bereits auf der Eingangsseite http://localhost:8888/.

Sehr vielversprechend sieht auch RetroShare aus, ein ebenfalls quelloffenes Programm unter der GNU GPL, das serverlosen, verschlüsselten Dateiaustausch und Instant Messaging ermöglicht. Hier ist es möglich, nicht nur mit direkten Freunden, sondern auch mit deren Freunden (in mehreren Ebenen) zu kommunizieren. Natürlich ist das dann kein wirkliches Darknet mehr, man sollte wie immer einfach wissen was man tut und wem man vertrauen möchte.

Für RetroShare existiert ebenfalls ein Wiki, das die ersten Gehversuche mit dem Programm unterstützt. Nach dem Programmstart wird man zunächst einmal nicht viel sehen. Es ist hier absolute Bedingung, sich mit Bekannten zu verbinden, einen öffentlichen Bereich gibt es nicht. Eine Ersteinrichtung sollte man über den in der linken Seitenleiste zu findenden Schnellstart-Assistenten durchführen. Für das E-Mail System gibt es eine gute deutschsprachige Einführung bei AK Vorrat.

Weitere Programme, die zum anonymen Dateitausch dienen in alphabetischer Reihenfolge. Nur F2F Netze bieten maximale Anonymität, bei den Programmen die dies nicht unterstützen ist die Anonymität lediglich nach außen hin gewährleistet.
Alliance
anoNet (F2F)
Direct Connect (mit privaten Hubs)
Galet (F2F)
Gazzera (F2F)
GigaTribe (sofern keine öffentlichen Communities genutzt werden)
GNUnet (F2F)
Hamachi
Hybrid Share
OneSwarm (F2F)
Turtle F2F (F2F)
waste (F2F, wenn „ping packets“ deaktiviert sind)





Facebook: Der Fake mit der Fanseiten-Umstellung

14 10 2012

Sie ist einfach nicht totzubekommmen, die Falschmeldung in der sich Facebook-Mitglieder brüskieren, Mr. Zuckerberg habe seine Fanseiten derart umgestellt, um endlich arme Mitglieder ungezügelt abzocken zu können. Den Text sieht man in verschiedenen Varianten, ähnelt aber ungefähr immer diesem hier:

ACHTUNG!

Anscheinend hat Facebook die Fanseiten umgestellt, so dass Euch nicht mehr alle Beiträge erreichen, die von uns gepostet werden. Facebook macht das, damit man für eine größere Reichweite der Beiträge Kohle locker machen darf (als Betreiber der jeweiligen Seite, so wie wir das sind). Deshalb bitte folgendes bei Euch ein
stellen, um trotzdem alle Beiträge von […] zu bekommen:

1. Oben rechts das kleine Zahnrad anklicken
2. Auf „Zur Interessenliste hinzufügen“ klicken
3. „Neue Liste“ anlegen, wenn ihr noch keine habt
es kann nicht sein das man bei FB für seine Seiten auch noch Kohle zahlen soll.

Gut, wenn ihr keine Kohle zahlen wollt, dann lasst es doch einfach. Oder verlasst besser gleich Facebook komplett. Alternativen gibt es genug, ihr als User seid das Kapital des Unternehmens. Wenn ihr abwandert, macht es die Konkurrenz vielleicht besser.

Ganz so böse wie hier behauptet, ist Facebook dann allerdings doch nicht. Als Seitenbesitzer bekommt man zwar in der Tat das Angebot, seine Beiträge für Bares an ein größeres Publikum zu senden, aber das ist nur ein Zusatzangebot. Tatsächlich wurden diese bisher aber auch immer schon nur an einen geringen Prozentsatz der „Follower“ gesendet.

Stellen wir uns den User Heinz-Herbert bei Facebook vor. Heinz-Herbert hat 500 Freunde und bei noch einmal so vielen Seiten auf „Gefällt mir“ geklickt. Würde er jetzt von diesen insgesamt 1.000 Stellen sämtliche Nachrichten erhalten, würde er irgendwann in einem Wust aus Meldungen ersticken. Schreibt jeder von diesen 1.000 Kontakten 10 Meldungen am Tag (dazu gehören auch Statusmeldungen und ähnlich uninteressanter Quatsch), würden 10.000 Meldungen am Tag durch Heinz-Herberts Timeline flutschen. Damit das nicht passiert, wird ihm von jedem Kontakt nur ein bestimmter Prozentsatz in seiner Timeline angezeigt. Auf den Seiten selbst sieht er natürlich trotzdem alles, was jemals gepostet wurde.

Wie viel vom jeweiligen Freund oder der Seite angezeigt wird hängt immer von der Interaktion mit diesem bzw. dieser ab. Schreibt Heinz-Herbert mit Ingelore ständig im Chat, kommentiert die Beiträge, klickt den Daumen, dann sieht er ihre Meldungen deutlich häufiger als die von Diethelm, mit dem er ansonsten nichts zu tun hat. Das Angebot von Facebook besteht nun also darin, einen neuen Artikel der Seite „Suppen-Schneider“ nicht nur wie bisher vielleicht 10% der Fans anzuzeigen, sondern diesen Prozentsatz deutlich zu erhöhen. Man kauft sich also mehr Views für seinen Beitrag. Da wurde allerdings nichts umgestellt, die Funktion, dass Texte immer nur einem geringen Prozentsatz der Fans angezeigt wird war schon immer so. Es handelt sich also um ein neues, kostenpflichtiges Zusatzfeature.

Der Tipp, eine Interessensliste für Fanseiten anzulegen ist zudem vollkommen unsinnig. Dieses Feature ist bei Twitter abgekupfert und soll Ordnung in die Vielzahl der Seiten bringen, die man im Laufe seines Facebook-Lebens mit einem „Gefällt mir“ adelt. Auf https://www.facebook.com/addlist können wir eine neue Liste erstellen, sagen wir mal „Vegane Metzgereien“ und schieben uns hier die passenden Händler rein. Dann dürfen wir den Namen vergeben und noch die Sichtbarkeit auf privat, sichtbar nur für Freunde oder offen für alle einstellen. Schon haben wir im Seitenmenü unter „Interessen“ unsere erste Liste, in der uns nur Beiträge der gerade gewählten Seiten angezeigt werden. Klicken wir künftig bei einer Seite auf „Gefällt mir“, können wir ab sofort auch gleich noch die Liste wählen, in der die Seite landen soll.

Natürlich bedeutet dies nicht, dass wir jetzt sämtliche Beiträge der Seiten in unserer Timeline sehen. Im Gegenteil, wir müssen sogar noch explizit in die Liste rein schauen, was ich zumindest ganz gerne vergesse (wenigstens dürfen wir die Listen auch zu unseren Favoriten hinzufügen). Damit hätte sich dann also der gewünschte Erfolg des Seitenbetreibers ins Gegenteil gekehrt. Von daher wären Listen durchaus sinnvoll zur Sortierung, jedoch in dem beschriebenen Zusammenhang eher als kontraproduktiv anzusehen.

Der Hintergedanke mag gewesen sein, dass in einer Liste mit begrenztem Umfang an enthaltenen Seiten deutlich mehr Beiträge der einzelnen Seiten aufgeführt sind. Ob das tatsächlich so ist müsste man überprüfen, vorstellen kann ich mir das deshalb nicht, weil sich Facebook damit das eigene Geschäftsfeld kaputt machen würde. Der Prozentsatz der beim User angezeigten Meldungen einer Seite dürfte sich wenn überhaupt nur marginal erhöhen.

Update 30.10.2012:
Da es schon einige Reaktionen auf diesen Artikel gab nun eine kurze Aktualisierung. Diesen hatte ich grundsätzlich deshalb geschrieben, weil mich die ständigen Aufrufe in Facebook nervten. Das was ich schrieb beruhte hauptsächlich auf Vermutungen, die ich in der Zwischenzeit versucht habe, etwas zu verifizieren.

Zunächst zum Aufruf selbst. In diesem wird zwar meist kurz und bündig erklärt, man solle die Seite in eine Liste aufnehmen, was es damit auf sich hat und welche Vorteile diese bietet bleibt allerdings für den unbedarften Nutzer im Dunkeln. Und genau diesem unterstelle ich auch, selbst wenn er es schafft eine solche zu erstellen, wird die Liste über kurz oder lang in Vergessenheit geraten und die Aktion damit ad absurdum geführt.

Grundsätzlich stimmt es tatsächlich. Wenn ich eine Liste erstelle und dort eine Seite rein packe, wird mir von dieser deutlich mehr angezeigt als in meiner normalen Timeline. Oder sagen wir, so ist das bei dem Durchschnitts-User. Trotzdem gebe ich denjenigen nicht Recht, die behaupten, eine Liste wäre die Wunderwaffe. Habe ich nämlich nur bei 10 Seiten (ich rede jetzt der Einfachheit halber von Seiten, dazu würden aber eigentlich auch die Freunde zählen) „gefällt mir“ geklickt, dann wird mir auch in meiner Timeline deutlich mehr von jeder einzelnen Seite angezeigt, als wenn ich Fan von 10.000 Seiten bin. Macht Sinn, wie ich hier bereits erklärt habe. Denn sonst würde ich ersticken in einem Wust von Meldungen. Es ist grundsätzlich also eine gute Funktion von Facebook, mir mehr Inhalte von den Seiten anzuzeigen, mit denen ich in aktiver Kommunikation stehe. Natürlich fühlen sich dann auch viele benachteiligt. Interessieren mich also wirklich 10.000 Seiten, dann müsste ich die alle in eine Liste packen – und siehe da, je mehr Seiten ich in meiner Liste habe, desto weniger wird mir wieder von jeder Einzelnen angezeigt, hier greift also genauso der Algorithmus wie in der Timeline. Wer mir das nicht glaubt, soll es einfach ausprobieren und nicht einfach das Gegenteil behaupten. Um das zu umgehen könnte ich mir 1.000 Listen anlegen, dann hätte ich in jeder Einzelnen wieder mehr Updates von jeder Seite. Ob das Sinn macht? Zur Sortierung in einem gewissen Umfang sicherlich, deshalb nutze ich Listen persönlich auch ganz gerne. Um alle Updates zu sehen? Ich bleibe bei meinem „Nein“ und behaupte auch, dass ich gar nicht wirklich alles sehen möchte.

Was ist nun mit der Aussage, dass durch die gesponserten Artikel kaum mehr kostenlose Updates angezeigt werden? Dazu möchte ich einfach fragen, auf was für Seiten ihr eure Likes verteilt? Bis heute ist mir nicht eine(!) einzige bezahlte Meldung untergekommen. Sicherlich, zum allergrößten Teil gefallen mir unkommerzielle Seiten, von daher bleibe ich glücklicherweise verschont davon. Wenn es euch nervt, dann entzieht doch einfach den Seiten euren Daumen, die sich die Leserschaft kaufen. Klar, wenn von meinen 10.000 Seiten 500 dabei sind, die sich andauernd meine Aufmerksamkeit erkaufen werden die restlichen 9.500 nicht kommerziellen Projekte in den Hintergrund gedrängt. Aber da muss einfach jeder selbst wissen, was ihn selbst interessiert. Denn steuern könnt ihr das immer noch selbst. Auch das Netzwerk, auf dem ihr euch aufhaltet gibt euch niemand vor. Warum seid ihr überhaupt auf Facebook, wenn ihr mit deren Geschäftsgebaren nicht einverstanden seid? Alternativen gibt es wirklich zur Genüge.





10 Finger Tippen: Geschwindigkeitstests

2 10 2012

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, alle zehn Finger, bzw. normalerweise sind es derer ja eher neun die auf die Tasten hauen, zum Tippen zu nutzen, möchte man die eigene Geschwindigkeit doch vielleicht auch einmal testen um die Lernerfolge zu überprüfen. Dafür gibt es einige Seiten mit Geschwindigkeitstest, die man online absolvieren kann. Schauen wir uns ein paar davon doch etwas näher an.

TypingTest.com

Englischsprachige Webseite, die allerdings auch deutsche Texte anbietet.

  • Der Test läuft wahlweise über eine, zwei oder drei Minuten.
  • Fehler können korrigiert werden, auch über mehrere Worte zurück. Fehler zählen immer als ein Punkt, durch einen vergessenen Buchstaben gibt es keine Verschiebung.
  • Während des Tippens werden die verbleibende Zeit sowie die aktuelle Tippgeschwindigkeit angezeigt.
  • Insgesamt neun Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Es werden nur wenige verschiedene Texte angeboten, hierbei handelt es sich um echte Sätze.
  • Nach dem Test wird eine kurze Statistik angezeigt.

 

keybr.com

Englischsprachige Webseite, die allerdings auch deutsche Texte anbietet.

  • Der Test läuft äußerst lange, ich habe es noch nicht bis zum Ende durchgehalten, sofern ein solches überhaupt zu erreichen ist.
  • Fehler können nicht korrigiert werden, der Ablauf verharrt auf dem falsch geschriebenen Buchstaben, bis dieser korrekt getippt wurde.
  • Während des Tippens wird die durchschnittliche Tippgeschwindigkeit angezeigt.
  • Insgesamt sieben Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Es werden zusammenhanglose, vor Fehler strotzende Worte angeboten, was die Koordination Auge zu Hand deutlich erschwert. Alternativ können auch eigene Texte kopiert oder die URL einer Webseite angegeben werden. Bei manchen Webseiten kann es hier zu Problemen mit den Umlauten kommen (spiegel.de).
  • Es wird eine ewige Bestenliste unter „High Scores“ angezeigt.

 

www.schreibtrainer-online.de

Eigentlich ein Schreibtrainer zum Üben des Zehn-Finger-Tippens. Über die Option „Beispieltexte“ können verschiedene Texte bzw. über „Mein text“ eigene Texte getippt werden.

  • Der Test läuft immer bis zum Ende des Textes
  • Fehler können nicht korrigiert werden, die Rücktaste wird sogar als Fehler gewertet.
  • Während des Tippens werden die bereits vergangene Zeit sowie die Fehler und verbleibenden Buchstaben angezeigt.
  • Insgesamt vier Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Es werden verschiedene Texte aus den aktuellen Nachrichten angeboten, alternativ können sogar eigene Texte kopiert werden.
  • Nach dem Test wird eine kurze Statistik angezeigt.

 

Typeracing

Bietet den interessanten Ansatz, dass man mit seiner Tippgeschwindigkeit Autos antreibt, die in einem Rennen gegen andere Gegner antreten. Hier kann man im Solo-Modus gegen Computergegner bzw. im Muliplayer-Modus in Echtzeit gegen andere Spieler antreten. Leider ist die ganze Seite recht fehlerbehaftet und wird des öfteren offensichtlich manipuliert.

  • Der Speedtest läuft wahlweise über über eine, drei, fünf oder zehn Minuten.
  • Der Racing Modus kann im Single- oder Multiplayer Modus gespielt werden.
  • Fehler können und müssen korrigiert werden, der Test läuft erst weiter, wenn der bisherige Text vollständig korrekt getippt wurde
  • Während des Tippens werden die verbleibende Zeit sowie die durchschnittliche Geschwindigkeit angezeigt.
  • Insgesamt zwei Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Man kann zwischen Zitaten aus diversen Büchern, zufällig aneinandergereihten Worten oder reinen Zahlenreihen wählen.
  • Nach dem Test wird eine kurze Statistik angezeigt.

 

TypingSpeed

Bietet einen einfachen Geschwindigkeitstest.

  • Der Test läuft wahlweise über über eine, drei oder fünf Minuten.
  • Fehler können korrigiert werden. Wird beispielsweise ein Buchstabe ausgelassen, werden alle nachfolgenden Buchstaben durch die Verschiebung als falsch gewertet.
  • Während des Tippens werden die verbleibende Zeit sowie die aktuelle Tippgeschwindigkeit angezeigt.
  • Insgesamt sechs Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Es wird nur eine Auswahl häufig genutzter Worte verwendet, die zufällig angeordnet werden. Somit stehen keine sinnvollen Sätze zur Verfügung.
  • Eine Rangliste zeigt die besten Tipper der letzten sieben Tage.

 

10FastFingers
Zwei Optionen stehen zur Verfügung: Alleine gegen die Zeit zu schreiben oder an einem Wettbewerb teilzunehmen. An einem Wettbewerb können innerhalb von 24 Stunden beliebig viele Personen beliebig oft teil nehmen. Es lassen sich allerdings auch private Wettbewerbe anlegen, die man nur an Freunde weiter gibt.

  • Der Test läuft immer über eine Minute.
  • Fehler können korrigiert werden, allerdings immer nur für das jeweilige Wort.
  • Während des Tippens wird die verbleibende Zeit angezeigt.
  • Viele verschiedene Sprachen stehen zur Auswahl.
  • Es wird nur eine Auswahl häufig genutzter Worte verwendet, die zufällig angeordnet werden. Somit stehen keine sinnvollen Sätze zur Verfügung.
  • Eine Rangliste zeigt die besten Tipper der letzten 24 Stunden. Die einzelnen Wettbewerbe zeigen jeweils eine eigene Rangliste.
  • Mit einer Registrierung werden die eigenen Erfolge dauerhaft gespeichert, Statistiken werden angezeigt und es gibt verschiedene Erfolge zu erreichen.





Online Text to Speech Dienste

24 09 2012

Vielleicht hat der ein oder andere schon einmal eines dieser Anonymous-Videos gesehen. Die Texte werden von einer künstlichen Stimme vorgelesen, damit kein Rückschluss auf die reale Person möglich ist. Wie erzeugt man solche Audios? Es gibt einige Programme, mit denen man geschriebene Texte in Sprache umwandeln kann. Doch es geht auch ohne vorige Installation, im Netz finden sich Dienste die dies kostenpflichtig, teilweise sogar kostenlos anbieten. Schauen wir uns einige Anbieter doch einmal an. Dabei betrachte ich nur solche, die auch eine deutsche Stimme in der Auswahl haben.

Zum Test der Dienste nutze ich einen etwas komplexeren Text, um die Leistungsfähigkeit entsprechend beurteilen zu können:

Die Infinitesimalrechnung ist eine von Leibniz und Newton unabhängig voneinander entwickelte Technik, um Differential- und Integralrechnung zu betreiben. Sie liefert eine Methode, eine Funktion auf beliebig kleinen (d. h. infinitesimalen) Abschnitten widerspruchsfrei zu beschreiben. Frühe Versuche, unendlich kleine Intervalle quantitativ zu fassen, waren an Widersprüchen und Teilungsparadoxien gescheitert.

Sitepal

Demo (auf 200 Zeichen begrenzt)
Bietet einen sprechenden Avatar für die eigene Homepage. Als Gimmick kann man sogar sein eigenes Foto als Avatar einfügen. Enthalten sind sehr viele Sprachen und Stimmen. Sehr gute Qualität.

Linguatec

Demo (auf 250 Zeichen begrenzt)
Kann als Sprachausgabe eigener Texte und zum Vorlesen von Webseiten eingesetzt werden. Enthält viele Sprachen und maximale eine weibliche und eine männliche Stimme. Sehr gute Qualität.

iSpeech

Demo (auf 200 Zeichen begrenzt)
Kann neben der Konvertierung von Text in natürliche Sprache oder zum Vorlesen von Webseiten auch von Entwicklern in ihren Anwendungen zur Sprachausgabe genutzt werden. Die Geschwindigkeit der Ausgabe anzupassen ist vielleicht nicht zwingend sinnvoll, aber auf jeden Fall äußerst lustig. Enthält viele Sprachen und maximale eine weibliche und eine männliche Stimme. Sehr gute Qualität.

ImTranslator

Demo (auf 1.000 Zeichen begrenzt)
Eigentlich ein Dienst um Texte in andere Sprachen zu übersetzen, kann er diese auch Vorlesen. Relaiv wenige Sprachen und akzeptable Qualität

SpokenText

Demo (auf 300.000 Zeichen begrenzt, was meist ausreichend sein sollte).
Es muss ein kostenloser Account angelegt werden. Da keine Bestätigung notwendig ist, kann man aber eine Fantasie E-Mail Adresse verwenden. Kann Texte, Dokumente und Webseiten in Sprache konvertieren. Enthält vergleichsweise wenige Sprachen. Die Konvertierung dauert relativ lange und die Qualität ist nicht besonders gut. Die erzeugten MP3s können heruntergeladen oder öffentlich gemacht werden. Der kostenlose Account wird nach einer Woche wieder gelöscht und enthält weitere Einschränkungen.

YAKiToMe!

Demo
Die Grundfunktionen sind kostenlos. Hauptsächlich zur Vertonung von Text zu Podcasts gedacht. Akzeptable Qualität. Mit einem kostenlosen Account können die erzeugten MP3 oder Ogg Dateien auch herunterladen werden. Da keine Bestätigung notwendig ist, kann man eine Fantasie E-Mail Adresse verwenden. Wenige Sprachen und jeweils eine weibliche und eine männliche Stimme. Umstellen kann man die Sprache etwas versteckt über das Schraubenschlüsselsymbol im Text-Fenster.

Pediaphon

Demo
Kostenlos. Eigentlich dafür gedacht, Texte aus Wikipedia vorzulesen. Hier kann man allerdings auch eigene Texte eingeben und das Ergebnis hinterher als MP3 oder Ogg herunterladen. Ein paar Sprachen und jeweils mehrere Stimmen. Qualität nicht besonders gut.





Hexenjagd auf Facebook

10 09 2012

Gerade zeigt sich eine der dunkelsten Seiten der Kommunikation auf Facebook. Da wird einem armen Menschen, dessen Profil ganz offensichtlich von irgendwelchen Witzbolden übernommen wurde, sein komplettes Leben versaut. Schauen wir uns sein Profil doch einfach kurz an um zu erkennen, worum es hier geht.

Wer schon eine Weile im Internet unterwegs ist wird die Parallelen erkennen. Da sind vermutlich nicht unbedingt wohlgesonnene Genossen in den Besitz des Passworts der betroffenen Person gekommen und um diese zu diskreditieren, wird wahllos irgendwelcher Müll auf der Timeline gepostet. Was dann aber passiert ist auch im Netz relativ neu. Eine ganz eigene Dynamik entwickelt sich und das Profil wird hundertfach weiter verteilt, im besten Fall noch mit üblen Beleidigungen, häufig aber mit konkreten Androhungen von Gewalt bis zum Mordaufruf. Einen kleinen Auszug hiervon habe ich für die Nachwelt festgehalten.

Meiner Kritik an dieser Hetze wurde wie nicht anders zu erwarten mit naiven Gegenargumenten begegnet. Doch was sollen wir davon halten? Zerpflücken wir die Kommentare doch ein wenig.

Woher weißt du, dass das ein Fake ist?
Nun, das weiß ich natürlich nicht. Aber woher wisst ihr, dass die betroffene Person unter vollem Namen und Adressangabe öffentlich ihre Pädophilie zur Schau stellt? Würde jemand schreiben „ich bin fett und stinke nach Fisch“? Das ist doch alleine schon sehr unglaubwürdig.

Was, wenn es doch kein Fake ist, sollen wir das dann tolerieren?
Natürlich nicht, wer sagt denn so etwas? Meldet das Profil gerne an Facebook. Aber was nutzt es, wenn das Profil tausendfach mit derart menschenverachtenden Kommentaren weiter versendet wird, damit auch wirklich jeder, inklusive Familie, Nachbarn und Arbeitgeber der betroffenen Person diese Einträge sieht? Was, wenn es ein Fake ist, dann ist das Leben dieser Person längst ruiniert und eine Gegendarstellung interessiert hinterher niemanden mehr. Und Beleidigungen sind nunmal verboten, erst recht der Aufruf zu Gewalttaten. Gegen solche Hetzer gibt es bereits rechtskräftige Urteile. Hier sei der betroffenen Person wirklich dringend angeraten, gegen jeden einzelnen böswilligen Kommentatoren gerichtlich vorzugehen.

Die Unschuldsvermutung besagt, dass jemand so lange unschuldig ist, bis seine Schuld bewiesen ist. Nun beweise mir doch bitte einer die Schuld dieser Person. Nein, fadenscheinige Vermutungen zählen definitiv nicht.

Wenn es Fake sein soll ist es doch komisch, dass Facebook nichts gegen dieses Profil unternimmt
Facebook ist nicht unbedingt schnell bei der Bearbeitung eingehender Beschwerden. Die Hetze dauert nun vielleicht ein, zwei Stunden an. Facebook bekommt täglich sicher abertausende Profile gepetzt, größtenteils sicherlich unnötigerweise. Bis sich ein Mitarbeiter ein solches anschaut vergeht einfach seine Zeit. Man bedenke, es ist jetzt mitten in der Nacht, das Profil ist in deutscher Sprache. Bis ein deutschsprachiger Mitarbeiter das zu Gesicht bekommt mag es selbst im Idealfall noch ein paar Stunden dauern. Und dann bin ich mir sicher, dass das Profil auch gelöscht wird oder zumindest die Kommentare.

Um zur Ursprungsaussage zurückzukommen: Wenn es kein Fake sein soll wäre es doch genauso komisch, wenn Facebook nichts unternimmt. Was soll dass also bitte für ein Argument sein?

Wenn es Fake sein soll ist es doch komisch, dass sich seine Frau oder seine Freunde nicht dazu äußern
Es ist jetzt kurz vor Mitternacht. Ihr erwartet nicht wirklich, dass seine Frau um diese Zeit noch online ist und die vermutlich sehr zahlreichen, liebenswürdigen Nachrichten einzeln beantwortet? Schaut man sich deren Profil an wird man erkennen, dass diese das besagte Profil ihres Ehemannes nicht mehr in ihrer Freundesliste hat. Das spricht doch eindeutig für die These, dass sie von der feindlichen Übernahme mitbekommen und das Profil einfach aus den Augen verloren haben.

Da wird aber schon seit Wochen Scheiße auf der Seite gepostet.
Ja, ist das nicht bei den allermeisten Facebook Profilen so? Dann müssten wir unseren Groll gegen sämtliche Mitglieder hegen. Vielleicht hat die Person irgendwann gemerkt, dass er sich mit seinem Passwort nicht mehr einloggen kann, weil die Angreifer dieses irgendwann geändert haben. Die allermeisten nicht unbedingt internetaffinen Personen werden sich hier nicht an den Support wenden, sondern sich kurz wundern und dann das Profil abschreiben, dieses nie wieder besuchen. Eine neue Heimat ist schnell eingerichtet, kein Grund für arglose Gemüter, sich um den alten Abfall zu kümmern. Also alle Zeit der Welt für die Angreifer, hier immer wieder gegen die Person zu hetzen.

Zudem kann man bei Facebook neuerdings auch Beiträge ändern, wann bzw. welche genau konnte ich noch nicht heraus finden. Vielleicht stand da also früher etwas ganz Anderes und die ursprünglichen Texte wurden erst neuerdings ersetzt?

Wie soll jemand Fremdes an das Passwort für das Profil kommen?
Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Ein paar davon in einer unsortierten Liste.

  • Es gibt Hitlisten der beliebtesten Passwörter, diese könnte man also einfach durchprobieren
  • Der Angreifer könnte aus dem Umfeld der betroffenen Person kommen und Standards wie den Namen der Ehefrau ausprobieren. Die Erfolgschancen sind recht hoch.
  • Selbst wenn die Person ein gutes Passwort gewählt hat, nutzen die Wenigsten für jede Anmeldung im Internet unterschiedliche Kennwörter. Es könnte also eine Datenbank irgend einer Webseite gehackt worden sein, auf der die Person mit dem selben Passwort registriert ist.
  • Die Person könnte sich einen Keylogger eingefangen haben, der sämtliche Eingaben auf seinem PC mitprotokolliert.

Irgend etwas muss dahinter stecken, der sieht mir auch nicht ganz sauber aus
Ein Schmankerl. Das ist ja super, wenn man den Menschen jetzt schon ansieht, dass sie Dreck am Stecken haben. Entlastet unsere Gerichte natürlich enorm. Wirklich kommentieren muss man solche Argumente bestimmt nicht.

Das steht doch schwarz auf weiß im Internet, dann muss das doch der Wahrheit entsprechen
Ich gestehe, die Aussage selbst ist von mir frei erfunden. Sieht man aber, wie die Masse ein paar Texte im Netz als bare Münze nimmt ist das gar nicht so weit hergeholt. Dann schauen wir uns doch kurz um, was unsere Politiker so im Netz verbreiten.

Update vom 11.09.:
Inzwischen gibt es ein Statement der Polizei. Warum hier der vollständige Name des Betroffenen genannt wird, bleibt mir gänzlich verborgen. Ich lese aus dem Statement, dass man noch nichts unternommen hat, außer den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Dann muss man einfach von einer feindlichen Übernahme des Accounts ausgehen. Und nein, ich bin mir sehr sicher, dass der Account nicht „gehackt“, sondern lediglich das Passwort herausgefunden wurde. Für eine genauere Begriffsdefinition dürft ihr euch gerne an ein Lexikon eurer Wahl wenden, das würde hier doch zu weit führen.

Liebe Facebook-User der Polizei […],
bezüglich der zahlreichen Kommentare von heute morgen teilen wir folgenden aktuellen Stand der Ermittlungen mit: Der Account von [Name entfernt] wurde von einem bisher unbekannten Täter gehackt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass es sich bei den Inhalten um ein fake handelt. Der Account ist gelöscht worden. Bitte beachten Sie auch zu Ihrer eigenen Sicherheit unsere Datenschutzhinweise, um Ihre eigenen Daten gegen den Zugriff Fremder zu schützen!

Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=418812784844145&set=a.155302031195223.33274.155294707862622

Und noch eine Aussage, die ich so einfach nicht unkommentiert stehen lassen kann. Im Grundsatz wurde das zwar vorher schon erklärt, aber bitte, hier nochmal im Detail.

Wenn mir so etwas passiert wäre das Hacker auf meiner Seite gepostet hätte, dann hätte ich meine FB Seite sofort gelöscht

Leider gehen diejenigen, die sich ein wenig mit dem Computer oder zumindest mit Facebook auskennen davon aus, dass jeder dieses Wissen haben muss. Schaut euch in der Gesellschaft um, redet mit Personen, die „Google“ „das Internet“ nennen. Ich habe da schon mit genügend Personen geredet, denen ich allesamt nicht zutrauen würde, dass sie wüssten was sie in so einem Fall unternehmen können bzw. deren Fantasie gar nicht so weit reicht sich auszumalen, was man damit in böser Absicht anstellen kann. Ist ihnen das zum Vorwurf zu machen? Ich sage definitiv nein, denn ich behaupte von jedem, der aktiv im Internet unterwegs ist – und damit meine ich ganz klar nicht nur Facebook – liegen irgendwo ungenutzte Accounts herum, von deren Existenz er überhaupt nicht mehr weiß. Auf Facebook selbst dürften abertausende solcher Profile vor sich hingammeln. Jetzt zu behaupten, man hätte das anders gemacht ist scheinheilig und an der Realität vorbei gedacht. Wer kann schon spontan erklären, wie sich ein übernommenes Profil löschen lässt? Bedenkt, ohne Passwort habt ihr keinen Zugriff mehr auf euren eigenen Account, auch die Mailadresse kann vom Angreifer längst geändert sein.

Zu guter Letzt möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich bei dem Angreifer mit großer Sicherheit nicht um einen „Hacker“ handelte. Ich empfinde es als äußerst ärgerlich, wenn hier immer wieder dieser Begriff in den Schmutz gezogen wird. Ein Hacker bringt viel technischen Sachverstand für seine Aktionen auf und wird bestimmt nicht solche dämlichen Postings auf einem privaten Profil hinterlassen. Also redet wovon ihr wollt, aber nutzt nicht den Begriff Hacker, verdammt noch mal…





Social Web – Die Alternativen: Teil 1 – Chats

10 09 2012

Social Web – Die Alternativen: Teil 1 – Chats
Social Web – Die Alternativen: Teil 2 – Filesharing
Social Web – Die Alternativen: Teil 3 – Mikroblogging

Dass Facebook böse ist, sollte inzwischen auch bei dem letzten Hinterwäldler angekommen sein. Verlinkungen zu entsprechenden Artikeln erspare ich mir hier, da man die Liste mit den Vergehen, die der US-Konzern unseren persönlichen Daten antut fast unendlich erweiterbar wäre. Klar muss lediglich sein, Facebook verdient sein Geld, indem sie möglichst umfassend Daten über uns sammeln. Nur um diese Informationen zu speichern, betreibt der Laden eigene Rechenzentren mit ungeahnten Datenmengen über unser privates Leben.

So weit so schlecht. Nun zwingt einen niemanden, bei Facebook mitzumachen. Die Frage ist nur, warum tut es dann doch praktisch jeder? Weil es keine Alternativen gibt, bekomme ich immer wieder zu hören. Oh doch, die gibt es. Allerdings gehören selbsternannte Experten, die einen Wechsel zu Google+ anraten idealerweise den ganzen Tag geohrfeigt. Das Ziel, das Google mit der Bereitstellung seiner sozialen Plattform verfolgt ist nämlich genau das Selbe. Sammlung unserer Daten. Dann können wir also doch beim blauen Riesen bleiben? Nein!

Doch fangen wir von vorne an. Zu den Zeiten des Web 1.0, vor Erfindung der sozialen Plattformen, da kommunizierten die Menschen in Chats. Teilweise sehr extensiv, das hat heute doch merklich nachgelassen. Tot ist diese Technik deshalb noch lange nicht. Den meisten Chats, die es auch heute noch gibt ist eines gemein: Sie speichern die Logs unserer Unterhaltungen. Die Betreiber und teilweise unabhängige Chat-Admins können also unsere vermeintlich privaten Gespräche mitlesen. Aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen bzw. Verschlüsselungen ist es zudem theoretisch für gänzlich unbefugte Dritte möglich, die teils doch sehr persönlichen Diskussionen abzuhören.

Damit dies nicht passieren kann, muss der Traffic zwischen den kommunizierenden Parteien verschlüsselt werden. Als bekanntes Projekt sei Cryptocat genannt, einst ein Webchat, das es inzwischen zur Steigerung der Sicherheit nur noch als Chrome-Plugin gibt, eine Version für Android soll folgen. Sämtliche Informationen werden mit AES-256 stark verschlüsselt über das Netz gesendet. Trotz ein paar kritischer Stimmen, dass auch dieses System angreifbar sei für unsere Zwecke, die wir ja nichts Verbotenes im Schilde führen für den Anfang sicherlich ausreichend.

Nun wollen die Massen aber wohl leider nicht auf die Kommunikation via Facebook verzichten. Bedenke, alles, was du dort schreibst, wandert in die Datenbanken des US Unternehmens. Und fließt von dort weiter in wer weiß welch suspekte Ziele. Doch auch die Facebook Junkies können sich ohne größeren Aufwand schützen. Dazu machen wir uns die Eigenschaft zunutze, für den Chat einen Instant Messenger einsetzen zu können. Hierzu benötigen wir zunächst den Instant Messenger Pidgin. Wie üblich zeige ich die Installation nur unter Linux, dies ist unter Windows natürlich ebenso möglich.

$ sudo apt-get install pidgin

Pidgin ermöglicht es uns, über verschiedene Protokolle zu chatten. Diese sind grundsätzlich nicht wirklich abhörsicher, weshalb wir zusätzlich das Off-the-Record Messaging (OTR) Protokoll zur Nachrichten-Verschlüsselung benötigen.

$ sudo apt-get install pidgin-otr

Wir starten den Messenger. Sofern wir noch kein Konto eingerichtet haben, werden wir gleich aufgefordert, dies zu tun. Im ersten Bildschirm klicken wir auf „Hinzufügen“. In der nächsten Maske füllen wir die Felder im Reiter „Einfach“ gemäß den offiziellen Vorgaben entsprechend aus:

Protokoll: XMPP
Benutzer: Dein Facebook Nutzername, hier zu finden
Domäne: chat.facebook.com
Ressource: Pidgin
Passwort: Dein Facebook Passwort

Den Reiter „Erweitert“ prüfen wir, damit das mit der sicheren Übertragung auch hinhaut.
Verbindungssicherheit: Verschlüsselung benutzen, wenn verfügbar
Verbindungs-Port: 5222
Verbindungs-Server: chat.facebook.com
Proxys für Dateiübertragungen: proxy.eu.jabber.org

Ein Klick auf „Hinzufügen“ erstellt unser Konto. Jetzt aktivieren wir die OTR Erweiterung über das Menü „Werkzeuge“ -> „Erweiterungen“ ([STRG] + [U]) und setzen das Häkchen vor „Off-the-Record Messaging“. Einen Schlüssel benötigen wir noch, also klicken wir auf „Erweiterung einrichten“, dann „Generieren“. Dieses Fenster können wir sodann wieder schließen.

Öffnen wir eine Unterhaltung mit einem Freund, ist diese noch nicht verschlüsselt. Nachdem wir ein paar Worte unverfänglich mit unserem Gegenüber geplaudert haben, können wir diesen im Chatfenster über „OTR“ -> „Buddy authentifizieren“ bestätigen. Absolute Grundvoraussetzung ist natürlich, dass der Gegenpart ebenfalls einen OTR fähigen Client verwendet. Hier haben wir drei Möglichkeiten, welche man davon wählt bleibt einem selbst überlassen. Die Antwort sollte man selbstverständlich gesichert übermitteln, also idealerweise flüstert man sich das gegenseitig ins Ohr. Ist die Authentifizierung geglückt, sollte uns Pidgin eine gesicherte Verbindung anzeigen. Mehr Informationen finden sich auf der offiziellen OTR Projektseite.